Die chinesischen Online-Händler Shein und Temu stehen erneut vor Gericht. Shein hat in Großbritannien ein Verfahren gegen den Rivalen eröffnet und wirft Temu Urheberrechtsverletzungen „im industriellen Maßstab“ vor. Nach Angaben von Shein soll Temu Bilder von Kleidungsstücken der Shein-Eigenmarken genutzt haben, um für Kopien dieser Produkte zu werben.
Der Klägeranwalt Benet Brandreth begründete die Vorwürfe damit, dass Temu für seine Angebote auf Bildmaterial von Shein-Artikeln zurückgegriffen habe. Im Zentrum des Streits steht damit nicht nur die Frage nach einzelnen Produkten, sondern auch die Nutzung von Marken- und Bildrechten im Wettbewerb der beiden Billigplattformen.
Shein und Temu haben einander in den vergangenen Jahren bereits mehrfach verklagt. Der erneute Gang vor Gericht zeigt, wie scharf der Konkurrenzkampf zwischen den beiden im Onlinehandel aufgestellten Unternehmen geführt wird. Beide Anbieter konkurrieren mit einem breiten Sortiment und niedrigen Preisen um Kunden auf internationalen Märkten.
Das Verfahren in Großbritannien ist damit Teil einer fortgesetzten Auseinandersetzung um geistiges Eigentum und die Grenzen aggressiver Vermarktung im E-Commerce. Für die Unternehmen geht es dabei nicht nur um juristische Fragen, sondern auch um ihre Geschäftsmodelle und die Kontrolle über Produktdarstellungen im digitalen Handel.









