Mit zeitgenössischer Choreografie und Performance rückt die Sommerszene Salzburg heuer erneut Fragen der Gegenwart ins Zentrum. Das Festival läuft von 8. bis 28. Juni und präsentiert Arbeiten von Sasha Waltz, Marco da Silva Ferreira, Leïla Ka und Jan Martens.
Zu den markantesten Produktionen zählt F*cking Future des portugiesischen Choreografen Marco da Silva Ferreira. Das Stück für acht Frauen und Männer entwirft einen Blick auf ein Morgen, das bereits unter dem Druck des Heute steht. Damit greift die Arbeit Themen auf, die in vielen aktuellen Tanz- und Performanceformaten verhandelt werden: gesellschaftliche Spannungen, Zukunftsangst und die Frage, wie Körper auf politische und soziale Gegenwart reagieren.
Die Sommerszene gehört seit Jahren zu den wichtigsten Plattformen für zeitgenössischen Tanz und Performance in Österreich. Gerade im Kulturraum Salzburg, der international stark mit klassischem Musiktheater und Festspielbetrieb verbunden ist, setzt das Festival bewusst einen Gegenakzent. Es öffnet den Blick auf Formen, die stärker mit Gegenwart, Experiment und interdisziplinären Ansätzen arbeiten.
Die angekündigten Namen zeigen auch in diesem Jahr die Bandbreite des Programms. Sasha Waltz zählt seit langem zu den prägenden Stimmen im europäischen Tanz, Leïla Ka steht für eine jüngere, körperlich intensive Handschrift, und Jan Martens ist für präzise, oft gesellschaftlich aufgeladene Choreografien bekannt. Marco da Silva Ferreira wiederum verbindet Tanz, Pop-Ästhetik und soziale Beobachtung zu Arbeiten mit klarem Gegenwartsbezug.
Dass das Festival seine Auswahl unter das Motto einer unruhigen Gegenwart stellt, passt auch zur aktuellen Entwicklung im zeitgenössischen Tanz. Viele Produktionen reagieren derzeit auf politische Verwerfungen, digitale Beschleunigung und die Frage nach individueller und kollektiver Orientierung. Die Sommerszene Salzburg bietet dafür einen Rahmen, in dem solche Themen nicht erklärt, sondern über Bewegung, Körperlichkeit und Bühne erfahrbar werden.









