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Tourette-Film „I Swear“ sorgt mit königlichem Ausruf für Debatte

Redaktionelle Szene zum Thema „Tourette-Film „I Swear“ sorgt mit königlichem Ausruf für Debatte“

Mit einem „Fuck the Queen“ gegen Elisabeth II. hat John Davidson 2019 unfreiwillig Schlagzeilen gemacht – nicht aus politischem Protest, sondern wegen seines Tourette-Syndroms. Seine Lebensgeschichte bildet nun die Vorlage für die Tragikomödie „I Swear“, die im deutschsprachigen Raum den Titel „Verflucht Normal“ trägt.

Der Film erzählt von einem jungen Schotten, dessen Tics und unkontrollierte Ausrufe sein Leben prägen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht der Tabubruch als solcher, sondern der Umgang mit einer neurologischen Erkrankung, die im Alltag oft missverstanden wird. Dass das Kino sich diesem Thema zunehmend annimmt, passt zu einem breiteren Trend: Neurodivergenz wird auf der Leinwand heute differenzierter und weniger als bloßes Erzählmittel oder komisches Element gezeigt.

Für Aufmerksamkeit sorgt auch die Besetzung. Robert Aramayo, der aus der „Herr der Ringe“-Serie als Elrond bekannt ist, spielt die Hauptrolle. In Großbritannien ist er zudem durch mehrere Auszeichnungen im Gespräch; bei den BAFTAs setzte er sich jüngst gegen prominente Namen wie Leonardo DiCaprio und Timothée Chalamet durch.

Mehr als ein Provokationsmoment

Der Fall Davidson steht exemplarisch für ein Problem, das viele Betroffene kennen: Außenstehende nehmen unwillkürliche Ausbrüche oft als Absicht, Respektlosigkeit oder Provokation wahr. Tourette ist jedoch eine neurologische Störung, die sich in motorischen und vokalen Tics äußern kann. Gerade deshalb liegt die Stärke eines Films wie „I Swear“ darin, die biografische Vorlage nicht auf den einen Skandalmoment zu reduzieren.

Im Kulturkontext geht es damit auch um eine Frage der Darstellung: Wie lässt sich eine Erkrankung zeigen, ohne sie zu verniedlichen oder zu dramatisieren? Und wie weit kann ein Spielfilm gehen, wenn er einen realen Menschen und dessen belastende Erfahrungen in eine dramatische Form bringt? „I Swear“ setzt genau an diesem Spannungsfeld an.

Dass der Film mit seinem britischen Originaltitel und der deutschsprachigen Fassung bereits im Titel auf Sprachwitz und Kontrast setzt, unterstreicht den Ton: tragikomisch, aber nicht leichtfertig. Im Zentrum steht ein Leben, das von Missverständnissen, Ausgrenzung und Selbstbehauptung geprägt ist – und damit ein Stoff, der weit über die ursprüngliche Aufregung um einen königlichen Ausruf hinausweist.

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