Jurij Rodionov hat bei den French Open schon nach der ersten Runde verloren – und trotzdem 87.000 Euro brutto kassiert. Für Österreichs Davis-Cup-Spieler ist das kein Trost für das frühe Aus, aber ein Betrag, der den nächsten Turnierkalender spürbar erleichtert. Genau darin liegt das Grundproblem jener Profis, die jenseits der absoluten Weltspitze um jeden Monat im Tourbetrieb kämpfen.
Die Preisgelder bei Grand-Slam-Turnieren haben in den vergangenen Jahren deutlich angezogen, zuletzt auch bei den French Open. Wer in Paris die Auftaktrunde erreicht, verlässt das Turnier nicht mit leeren Händen. Für Spieler wie Rodionov bedeutet das eine wirtschaftliche Absicherung, die auf der ATP-Tour bei vielen kleineren Events fehlt. Dort reichen frühe Niederlagen oft kaum für Reise, Trainer, Unterbringung und Physio.
Der Tennissport ist an der Basis teuer. Zwischen Challenger-Tour, Qualifikationen und Hauptbewerben müssen viele Profis in Vorleistung gehen. Gerade jene Spieler, die regelmäßig knapp außerhalb der Top 100 oder Top 150 liegen, leben von einem Mix aus Preisgeld, Teamunterstützung und gut geplanter Turnierauswahl. Ein frühes Aus in Paris kann sportlich enttäuschen, finanziell aber dennoch helfen, den Druck für einige Wochen zu senken.
Rodionovs Beispiel zeigt auch, wie groß die Unterschiede im Profitennis geblieben sind. Während die Elite mit tiefen Runs bei den Majors Millionen verdienen kann, geht es für die zweite Reihe oft um das nachhaltige Durchkommen durch eine Saison. Ein einzelner Auftritt bei einem Grand Slam kann für Spieler aus dieser Gruppe wichtiger sein als mehrere Wochen bei kleineren Turnieren.
Die French Open bleiben damit nicht nur ein sportlicher Härtetest auf Sand, sondern auch ein ökonomischer Prüfstein für jene Profis, die sich im Schatten der Stars behaupten müssen. Für Rodionov ist das frühe Ende in Paris sportlich ein Rückschlag – finanziell aber ein Polster, das seine nächsten Monate leichter macht.









