Huawei will trotz der US-Sanktionen bis 2031 hochmoderne Chips entwickeln, deren Transistorendichte einem 1,4-Nanometer-Verfahren entspricht. Der chinesische Technologiekonzern setzt damit den Anspruch, bei Halbleitern ohne westliche Technik weiter nach vorne zu kommen.
Nach den nun veröffentlichten Angaben peilt Huawei eine Fertigung an, die in die Nähe jener Strukturbreiten rückt, mit denen die Branchenführer ihre nächste Chipgeneration verbinden. Ob und in welchem Tempo der Konzern dieses Ziel tatsächlich erreicht, ist offen. Die Entwicklung wäre jedenfalls ein weiterer Hinweis darauf, wie stark China versucht, die Abhängigkeit von US- und europäischer Technologie zu verringern.
Die Ankündigung fällt in eine Phase verschärfter Technologiegrenzen zwischen den USA und China. Washington hat den Zugang chinesischer Unternehmen zu moderner Halbleitertechnik seit Jahren eingeschränkt, vor allem bei besonders leistungsfähigen Chips und den dafür nötigen Maschinen. Huawei zählt zu den Firmen, die diese Beschränkungen besonders hart treffen. Der Konzern war in den vergangenen Jahren immer wieder gezwungen, seine Lieferketten und Produktstrategie umzustellen.
Halbleiter mit einer Transistorendichte auf 1,4-Nanometer-Niveau würden Huawei in einen Bereich bringen, der für Künstliche Intelligenz, Rechenzentren und andere datenintensive Anwendungen entscheidend ist. Gerade dort hängen Geschwindigkeit, Energieeffizienz und Produktionskapazitäten eng zusammen. Für China wäre ein solcher Fortschritt auch industriepolitisch bedeutsam, weil die Volksrepublik bei modernster Chipfertigung weiterhin auf ausländische Ausrüstung und Know-how angewiesen ist.
Huawei selbst hat sich in den vergangenen Jahren als zentraler Akteur in Chinas Bemühungen positioniert, eigene technologische Kernkompetenzen aufzubauen. Der nun genannte Zeitplan bis 2031 zeigt, dass der Konzern den Weg zu Chips der nächsten Generation als langfristiges Projekt versteht. Für die internationale Halbleiterindustrie wäre ein Erfolg von Huawei mehr als nur ein Symbol: Er würde den Druck auf die etablierten Anbieter aus den USA, Taiwan, Südkorea und Europa weiter erhöhen.









