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Wiener Thurmkraxler-Spiel erinnert an den Reiz des Steigens

Redaktionelle Szene zum Thema „Wiener Thurmkraxler-Spiel erinnert an den Reiz des Steigens“

Im August 1886 bestieg der 37-jährige Joseph Pircher den Stephansturm. Kurz darauf erschien im Verlag von Gustav Kühn das Wiener Thurmkraxler-Spiel als Bilderbogen. Das Blatt macht deutlich, wie früh der Reiz des Kletterns auf hohe Bauwerke auch in Wien als Thema aufgegriffen wurde.

Der Begriff „Thurmkraxler“ bezeichnete schon damals Menschen, die Türme erklommen, und verweist auf eine Form des waghalsigen Steigens, die später unter anderen Namen wieder auftauchte. Heute werden solche Grenzgänge oft mit dem englischen Begriff „Rooftopping“ verbunden, wenn Kletterer ohne Sicherung auf Dächer und hohe Gebäude steigen.

Die Faszination für solche Unternehmungen speist sich aus dem Spiel mit Risiko, Höhe und öffentlicher Aufmerksamkeit. Dass dieses Motiv nicht neu ist, zeigt bereits der Blick auf das Wiener Bilderbogen-Spiel aus dem 19. Jahrhundert. Es steht damit auch für eine frühe Kulturgeschichte des spektakulären Steigens in der Stadt.

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