Die EU-Kommission bereitet einer Meldung zufolge eine hohe Millionenstrafe gegen Google vor. Im Raum steht demnach eine Rekordbuße im dreistelligen Millionenbereich wegen eines möglichen Verstoßes gegen den Digital Markets Act (DMA). Die Entscheidung könnte noch vor der Sommerpause fallen, das letzte Wort liegt bei Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Im Zentrum des Verfahrens steht der Vorwurf, Google bevorzuge eigene Dienste in der Suchmaschine und verschaffe damit den eigenen Angeboten Vorteile gegenüber Wettbewerbern. Die Kommission untersucht den Fall seit März 2025 offiziell. Der DMA gilt als eines der wichtigsten Instrumente der EU gegen die Marktmacht großer Digitalkonzerne und soll sicherstellen, dass dominante Plattformen ihren Markt nicht zu Lasten kleinerer Anbieter abschotten.
Nach Angaben aus Brüssel hat die Kommission Google bereits mehr Zeit eingeräumt, um die Bedenken auszuräumen. Zugleich stellte die Behörde klar, dass eine reine Geldstrafe das Grundproblem nicht löse. Stattdessen führe man Gespräche mit dem Konzern über eine Einhaltung der Vorschriften. Die Durchsetzung des DMA werde sehr ernst genommen, weitere Schritte würden bei Bedarf rasch eingeleitet.
Für Google wäre eine solche Entscheidung heikel, auch weil Brüssel damit ein Signal an andere große Plattformen senden würde. Der Digital Markets Act ist erst seit Kurzem in der praktischen Durchsetzung und soll genau jene Strukturen aufbrechen, die aus Sicht der EU den Wettbewerb im digitalen Binnenmarkt beeinträchtigen. Eine Stellungnahme von Google lag zunächst nicht vor.
Sollte die Kommission die Strafe tatsächlich verhängen, wäre es nach bisherigen Angaben die höchste Sanktion, die die EU wegen eines Verstoßes gegen den DMA bisher aussprechen würde. Der Fall reiht sich damit in die anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen Brüssel und den großen US-Technologiekonzernen über Marktmacht, Zugang und Wettbewerb ein.









