In Hernals ist die Zukunft des Postsportplatzes weiter ungeklärt. Mit dem Auslaufen des jahrzehntelangen Pachtvertrags des Sportvereins Post SV steht das Areal vor einer Neuordnung, gleichzeitig plant die Post AG eine Bebauung des Geländes. Eine Initiative will den Sportbetrieb am Standort erhalten.
Nach Angaben aus dem Umfeld des Vereins soll das Areal in einem EU-weiten Verfahren neu vergeben werden. Damit ist offen, ob der Post SV weiter Pächter bleibt. Für die Unterstützer der Initiative „Rettet den Post SV“ geht es dabei um weit mehr als einen Standortstreit: Sie sehen die Zukunft des Vereins und der Sportmöglichkeiten im Bezirk auf dem Spiel.
„Unsere große Angst ist, dass es eben kein gemeinnütziger Verein mehr ist oder auch nicht mehr der Post SV, der dort die Sportflächen betreibt. Dann stellt sich schon die Frage, wo die 5.000 Sportler, die 2000 Kinder hin sollen, wenn die Preise steigen, wenn nicht mehr alle Tennisplätze zur Verfügung stehen, wenn die gewerblich verpachtet werden und und und. Es sind dann sehr viele Fragen offen“, sagte Eva Bauer von der Initiative „Rettet den Post SV“.
Der neu formierte Vorstand des Vereins gibt sich zuversichtlich, die Post AG von einem Weiterbetrieb zu überzeugen. Anfang Juli will das Unternehmen ein grobes Konzept für das Areal präsentieren. Der Post SV verweist seinerseits auf die wirtschaftliche Lage und auf Investitionen, die im Fall passender Rahmenbedingungen zugesagt werden.
„Wenn die Rahmenbedingungen passen, würden wir als Verein auch die nächsten zehn Jahre investieren, also mindestens 150.000 bis 200.000 pro Jahr in die Sportinfrastruktur. Also durchaus eine signifikante Summe. Wir wollen nicht nur die Hand aufhalten, sondern wir wollen gemeinsam an einer Lösung arbeiten“, sagte Florian Heiler, stellvertretender Obmann des Post SV.
Der Verein versteht sich als wichtiger Sport- und Sozialträger im Bezirk. Das frühere Vorstandsmitglied Edi Seliger verwies auf die sportlichen Erfolge des Clubs und nannte ihn einen der erfolgreichsten Mannschaftssportvereine Wiens. Auch politisch bekommt der Post SV Rückendeckung: Im Hernalser Bezirksparlament wurde ein überparteilicher Resolutionsantrag zum Erhalt des Vereins beschlossen.
Damit bleibt der Konflikt zwischen Verbauung, wirtschaftlicher Neuausrichtung und dem Erhalt der Sportflächen vorerst ungelöst. Welche Rolle der Post SV künftig am Areal spielen wird, hängt nun auch davon ab, wie die Post AG ihr Konzept im Juli ausgestaltet und wie das Vergabeverfahren ausgeht.









