Ein neuer 1.435-seitiger Auswertungsbericht der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ordnet die Rollen im sogenannten „Beinschab-Tool“ neu ein. Im Zentrum steht dabei der Abgleich der Aussagen zweier Kronzeugen mit jenen Daten, die im Oktober 2021 bei Hausdurchsuchungen in der ÖVP-Inseratencausa sichergestellt wurden.
Der Bericht liegt der WKStA seit vergangener Woche vor. Er soll klären, welcher der Beschuldigten welche Rolle innehatte und welche Angaben sich anhand des Datenfundus belegen lassen. Genau diese Frage steht nach den Ermittlungen rund um den Fall seit längerem im Raum.
Ausgangspunkt der Auswertung sind jene Unterlagen, die bei den Durchsuchungen 2021 sichergestellt worden waren. Der nun vorliegende Bericht arbeitet die Daten systematisch auf und stellt sie den Aussagen der beiden Kronzeugen gegenüber. Dabei geht es um die Zuordnung von Verantwortlichkeiten ebenso wie um die Frage, welche Behauptungen durch die Unterlagen gestützt werden und welche nicht.
Die ÖVP-Inseratencausa zählt zu den politisch heiklen Verfahren der vergangenen Jahre. Im Zusammenhang damit wurde auch die Rolle von Thomas Schmid, der damals Generalsekretär im Finanzministerium und ÖVP-Intimus war, wiederholt thematisiert. Der neue Bericht dürfte für die weitere Bewertung der Vorwürfe im Ermittlungsverfahren eine zentrale Grundlage bilden.
Die WKStA selbst hält sich mit einer öffentlichen Bewertung des Berichts derzeit nicht auf. Fest steht aber: Mit dem 1.435 Seiten starken Papier liegt nun eine umfangreiche Auswertung vor, die den bekannten Datenbestand mit den Aussagen der Kronzeugen zusammenführt und die Rollenverteilung im Umfeld des „Beinschab-Tools“ genauer zu fassen versucht.









