Das spanische Abgeordnetenhaus hat am Donnerstag einem Gesetzentwurf zugestimmt, der die Einbürgerung von Zehntausenden Menschen aus der Westsahara ermöglichen soll. Mit dem Vorstoß will die Regierung die rechtliche Situation jener Menschen erleichtern, die seit Jahren mit unklaren Staatszugehörigkeiten leben.
Betroffen sind Menschen aus dem Gebiet Westsahara, das von Marokko beansprucht wird. Spanien setzt damit einen Schritt, der in der Migrations- und Staatsbürgerschaftspolitik weit über den Einzelfall hinausreicht, weil er für eine große Zahl von Betroffenen eine Perspektive auf die spanische Staatsbürgerschaft eröffnet.
Der Beschluss im Parlament ist zunächst noch nicht das Ende des Verfahrens. Der Gesetzentwurf muss die weiteren gesetzgeberischen Schritte durchlaufen, bevor eine Einbürgerung tatsächlich möglich wird. Über den genauen Ablauf und die endgültige Ausgestaltung entscheidet nun das weitere Verfahren in Madrid.
Die Debatte fällt in eine Phase, in der Fragen von Migration, Zugehörigkeit und Staatsbürgerschaft in Spanien politisch besonders sensibel sind. Der Umgang mit der Westsahara ist zudem seit Jahren auch außenpolitisch aufgeladen, weil das Gebiet international umstritten ist und Marokko dort Ansprüche erhebt.









