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Wie der Brexit zum Referendum kam: Ein Essay über England, EU und Brexit

Redaktionelle Szene zum Thema „Wie der Brexit zum Referendum kam: Ein Essay über England, EU und Brexit“

Vor zehn Jahren stimmten die Briten für den Austritt aus der Europäischen Union. Ein Essay von Kurt Leutgeb zeichnet nach, wie es zum Referendum vom 23. Juni 2016 kam, welche Rolle die Debatte über England und „den gemeinen Engländer“ spielte und warum die Remain-Seite trotz günstiger Ausgangslage scheiterte.

Leutgeb setzt bei einer altbekannten politischen Mechanik an: Meinungsforscher sagten vor dem Referendum eine knappe Mehrheit für den Verbleib voraus. Tatsächlich gewann aber das Leave-Lager. Der Text verweist darauf, dass solche Prognosen den Wahlkampf beeinflussen können, weil sich die jeweils führende Seite in einer Position der Sicherheit wähnt, während die Herausforderer stärker mobilisieren.

Ein Referendum mit langem Nachhall

Der Brexit war nicht nur eine Abstimmung über EU-Mitgliedschaft, sondern auch ein Votum über nationale Identität, soziale Spannungen und das Verhältnis zwischen London und den Regionen. Gerade in Großbritannien trafen diese Fragen aufeinander: Die Skepsis gegenüber Brüssel war seit Jahren gewachsen, zugleich verschärften sich wirtschaftliche und gesellschaftliche Unterschiede innerhalb des Landes.

Der Essay stellt den Brexit deshalb nicht als Einzelereignis dar, sondern als Ergebnis einer längeren Entwicklung. Dass die Entscheidung bis heute nachwirkt, zeigt sich politisch wie kulturell. Der Austritt veränderte die Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU nachhaltig, und er prägt weiterhin Debatten über Souveränität, Migration und die Rolle populistischer Kampagnen.

Die Logik der Kampagne

Im Zentrum steht auch die Frage, wie die Remain-Seite ihre Chance verpasste. Leutgeb verweist auf eine Kampagne, die sich gegen die britische Austrittsbewegung nicht durchsetzen konnte. Entscheidend war am Ende nicht nur die Sachfrage, sondern die Erzählung, mit der beide Lager auftraten: Hier die Verteidigung des Status quo, dort das Versprechen von Kontrolle und politischer Selbstbestimmung.

Dass der Brexit zehn Jahre später weiterhin als politisches und kulturelles Schlüsselereignis betrachtet wird, liegt auch an dieser Mischung aus nationalem Gefühl, sozialer Ungleichheit und strategischer Kampagnenführung. Der Essay liest das Referendum damit als mehr als einen historischen Stichtag: als Moment, in dem sich die Spannungen eines ganzen Landes verdichteten.

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