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Tschernobyl als Manga, Villen-Thriller und britischer Humor: neue Buchtipps der Woche

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Swetlana Alexijewitschs „Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft“ ist in einer Manga-Adaption erschienen: Der erste Band von „Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft. Der Manga 1“ kommt von Yuuta Kumagai und umfasst 194 Seiten. Das Buch kostet 12,40 Euro und erscheint im Carlsen Verlag in Hamburg; weitere Bände sind bereits angekündigt.

Alexijewitsch, die 2015 den Literaturnobelpreis erhielt, hat mit ihren dokumentarischen Stimmenmontagen Maßstäbe gesetzt. Seit „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“ arbeitet sie an einer Literaturform, die historische Erfahrungen über individuelle Zeugnisse sichtbar macht. Gerade das Unglück von Tschernobyl, das sich kaum über reine Sachinformation erschließen lässt, bietet für diese Erzählweise einen naheliegenden Ausgangspunkt.

Die Comic- und Manga-Adaption überträgt diesen Stoff in ein neues Format und richtet sich damit auch an Leserinnen und Leser, die den Originaltext vielleicht nicht über einen klassischen Reportageband kennenlernen würden. Dass der Auftakt einer mehrteiligen Reihe nun vorliegt, verweist zugleich auf die anhaltende kulturgeschichtliche Präsenz des Reaktorunglücks, das bis heute zu den literarisch am stärksten verarbeiteten Katastrophen des 20. Jahrhunderts zählt.

Neben dem Manga umfasst die aktuelle Auswahl auch einen Villen-Thriller und britischen Humor. Die Bandbreite der Empfehlungen reicht damit von literarischer Zeitgeschichte über Spannung bis zu leichterer Unterhaltung. Ergänzt wird das Programm durch Titel aus Manga, Krimi, Lyrik, Kinderbuch und Bildband – ein Hinweis darauf, wie breit die Leserinnen und Leser im Sommer literarisch angesprochen werden sollen.

Die Auswahl zeigt zugleich, dass sich der Buchmarkt weiterhin stark über bekannte Stoffe und klare Genreangebote organisiert. Während Alexijewitschs Text für dokumentarische Literatur steht, bedienen die übrigen Empfehlungen eher das Bedürfnis nach Unterhaltung und sommerlicher Lektüre. Für Verlage bleiben solche Wochenlisten ein wichtiges Schaufenster: Sie bündeln Neuerscheinungen und setzen Themen, die im Handel wie in den Feuilletons kurzfristig Aufmerksamkeit bekommen.

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