Im Ferienort Varenna am Comer See können Besucherinnen und Besucher neuerdings mit Strafen von bis zu 200 Euro belegt werden, wenn sie in Badebekleidung außerhalb der Strände unterwegs sind. Die Gemeinde reagiert damit auf den starken Besucherdruck in dem kleinen Ort am Ufer des Sees, der in den Sommermonaten regelmäßig von Tagesgästen und Urlaubern überlaufen wird.
Nach den nun geltenden Regeln sollen Bikinis, Badehosen und ähnliche Kleidung vor allem im Ortszentrum und auf Wegen abseits der Badestellen nicht mehr toleriert werden. Ziel ist es, das öffentliche Auftreten in zu knapper Strandkleidung einzuschränken und den Ort für Anwohnerinnen und Anwohner sowie für den Ortskern selbst geordneter zu halten.
Reaktion auf den Massentourismus
Varenna liegt an einem der touristisch am stärksten frequentierten Abschnitte des Comer Sees. Der historische Ort zieht wegen seiner Lage, der Seepromenade und der Anbindung an andere bekannte Ziele in der Region seit Jahren viele Besucher an. In den Sommermonaten führt das immer wieder zu dichtem Gedränge auf engen Gassen und an der Uferzone.
Mit der Geldstrafe setzt die Gemeinde ein Signal gegen Verhaltensweisen, die aus Sicht der lokalen Behörden nicht zum Ortsbild passen. Solche Maßnahmen sind in beliebten italienischen Ferienorten nicht ungewöhnlich: Immer häufiger greifen Gemeinden zu Benimmregeln, um auf den Ansturm im Sommertourismus zu reagieren und den öffentlichen Raum stärker zu ordnen.
Die Regelung in Varenna ist damit auch Teil einer breiteren Debatte in Italien, wie Gemeinden mit dem Druck durch Kurzzeitbesucher umgehen sollen. Zwischen touristischer Vermarktung, Schutz des Ortskerns und den Erwartungen der Bevölkerung suchen viele Orte nach Mitteln, um den Alltag im Sommer halbwegs kontrollierbar zu halten.









