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Toni Faber geht nach 30 Jahren als Wiener Dompfarrer in Pension

Redaktionelle Szene zum Thema „Toni Faber geht nach 30 Jahren als Wiener Dompfarrer in Pension“

Nach 30 Jahren als Dompfarrer von St. Stephan tritt Toni Faber in Pension. Der Wiener Priester, der seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Gesichtern der katholischen Kirche in Österreich zählt, wird damit von Erzbischof Josef Grünwidl aus dem Amt genommen. Für die Dompfarre endet damit eine Ära, die kirchenintern wie öffentlich immer wieder für Diskussionen sorgte.

Faber war seit 1995 Dompfarrer in Wien und prägte das Bild der Kirche am Stephansdom weit über den rein seelsorglichen Bereich hinaus. Er galt als ungewöhnlich präsent, medienaffin und als Geistlicher, der sich auch mit einem Lebensstil zeigte, der in Teilen der Kirche nicht immer auf Zustimmung stieß. Vor allem seine lockere Haltung zum Zölibat machte ihn wiederholt zum Gegenstand kirchlicher Debatten.

In der katholischen Kirche gilt für Priester grundsätzlich das Zölibat. Faber lebte dieses Ideal nach außen nicht in der strengen Form, wie es von vielen Amtsbrüdern erwartet wird. Gerade daraus bezog er über Jahre hinweg Aufmerksamkeit – und auch Kritik. Gleichzeitig machte ihn genau diese Offenheit für viele Gläubige zu einer bekannten und eigenständigen Figur im Wiener Kirchenleben.

Die Entscheidung, ihn in Pension zu schicken, fällt in eine Phase des Umbruchs für die Erzdiözese Wien. Mit Josef Grünwidl steht seit Kurzem ein neuer Erzbischof an der Spitze, der personelle und strukturelle Weichen neu stellt. Dass ausgerechnet Faber nach drei Jahrzehnten abgelöst wird, markiert damit nicht nur das Ende einer langen Amtszeit, sondern auch einen sichtbaren Einschnitt für die Dompfarre.

Faber war über Jahre hinweg weit über Wien hinaus bekannt. Sein Name stand für einen Pfarrer, der Tradition und Öffentlichkeit miteinander verband und der es verstand, auch außerhalb des kirchlichen Milieus wahrgenommen zu werden. Mit seinem Abschied verliert der Stephansdom eine prägende Figur, deren Wirken die österreichische Kirche lange begleitet hat.

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