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Tierschützer zeigen Schafzüchter wegen Schutznetzes gegen Wölfe an

Redaktionelle Szene zum Thema „Tierschützer zeigen Schafzüchter wegen Schutznetzes gegen Wölfe an“

Der Tierschutz Austria hat den Schafzüchter angezeigt, der im Gailtal mit einem Schutznetz um das Mutterschaf „Ananas“ für Aufsehen gesorgt hatte. Die Organisation wirft ihm vor, das Tier nicht artgerecht gehalten zu haben. Das Schaf war in den vergangenen Tagen durch Bilder und Berichte über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden.

Ausgangspunkt der Debatte ist ein Netz, das das Tier vor einem möglichen Wolfsangriff schützen soll. Der Züchter hatte die Konstruktion als praktische Maßnahme zum Schutz der Herde präsentiert. Tierschützer sehen darin allerdings eine Einschränkung für das Tierwohl und orten einen Verstoß gegen geltende Haltungsstandards.

Der Fall trifft auf eine seit Jahren aufgeheizte Diskussion in Österreich. Vor allem in alpinen Regionen sorgen Wolfsrisse immer wieder für Streit zwischen Weidetierhaltern, Jägerschaft, Landwirtschaft und Naturschutz. Während Bauern auf besseren Herdenschutz pochen, verweisen Tierschutzorganisationen auf den Zustand der Tiere und auf die Grenzen improvisierter Schutzmaßnahmen.

Im Zentrum steht nun nicht mehr nur die Frage, wie Nutztiere in Wolfsgebieten geschützt werden können, sondern auch, welche Methoden rechtlich und tierschutzfachlich zulässig sind. Der Fall „Ananas“ macht damit einen Konflikt sichtbar, der in Österreich seit Jahren anhält: Der Umgang mit dem Wolf ist längst zu einem politischen und rechtlichen Dauerstreit geworden.

Wie die zuständigen Stellen mit der Anzeige umgehen, bleibt nun abzuwarten. Für den Schafzüchter ist der Vorwurf jedenfalls heikel: Er steht nicht nur wegen der ungewöhnlichen Schutzmaßnahme im Rampenlicht, sondern auch unter dem Verdacht, gegen Tierschutzbestimmungen verstoßen zu haben.

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