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Stocker startet Sommertour mit Fokus auf Bürgernähe

Redaktionelle Szene zum Thema „Stocker startet Sommertour mit Fokus auf Bürgernähe“

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat in Tulln seine Sommertour durch alle neun Bundesländer begonnen. Unter dem Titel „Österreich im Gespräch“ will er bis Ende August bei Veranstaltungen mit Bürgerinnen und Bürgern Fragen, Sorgen und Anliegen aufnehmen und zugleich Nähe vermitteln.

Auftaktort war das Haus der Digitalisierung in Tulln. Dort setzte die Inszenierung auf Modernität und Staatsnähe: Projektionen an den Wänden, Österreich- und EU-Flagge hinter dem Kanzlersessel, dazu ein Programm, das bewusst als offener Austausch angelegt war. Knapp 200 Menschen kamen am Donnerstagnachmittag zu der Veranstaltung.

Nach Angaben aus dem Umfeld der Tour war die Teilnehmerauswahl vorab so getroffen worden, dass ein möglichst repräsentativer Querschnitt zustande kommt. Unter den Anwesenden waren ältere Besucher deutlich in der Mehrheit, zugleich nahmen auch zahlreiche ÖVP-Mitglieder und Funktionäre teil. Manche wollten konkrete Anliegen anbringen, andere vor allem den Kanzler aus der Nähe erleben.

Stocker präsentierte die Reihe als Angebot für direkte Gespräche mit der Bevölkerung. Mit Blick auf seine Rolle sagte er, er könne „auch in Pension gehen“, arbeite aber „für dieses Land sehr gerne“. Der politische Zweck der Tour ist klar: Der Kanzler will in einer Phase, in der die Regierung mit Kritik an Kurs und Tempo konfrontiert ist, Bürgernähe demonstrieren und sein Profil als überparteilicher Regierungschef schärfen.

Gerade darin liegt auch die Herausforderung für Stocker. Die Tour führt ihn quer durch das Land, zugleich muss er eine Balance zwischen Regierungschef, Parteichef der ÖVP und Gesprächspartner jenseits parteipolitischer Lager halten. Dass die Auftaktveranstaltung bewusst auf ein breit angelegtes Format setzte, passt zu diesem Versuch, politische Distanz abzubauen und den Kanzler als zuhörenden Ansprechpartner zu präsentieren.

Ob dieses Format über die symbolische Wirkung hinaus trägt, wird sich an den weiteren Stationen zeigen. Für Stocker ist die Tour jedenfalls auch ein Test, ob sich politische Kommunikation in einem zunehmend fragmentierten Umfeld noch über persönliche Begegnungen verdichten lässt. Die nächsten Termine bis Ende August werden zeigen, wie groß das Interesse an diesem Kurs tatsächlich ist.

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