Die Steiermark will bei der laufenden Gesundheitsreform eine Vorreiterrolle übernehmen. Landesrat Karlheinz Kornhäusl präsentierte in Wien mehrere geplante Reformschritte, mit denen das Bundesland als Pilotregion für neue Strukturen im Gesundheitsbereich dienen soll. Im Zentrum stehen dabei drei Facharztzentren, für die der Bund eine Anschubfinanzierung leisten soll.
Mit dem Vorstoß versucht die steirische Landespolitik, die Neuordnung der Versorgung nicht nur mitzutragen, sondern aktiv mitzugestalten. Die geplanten Zentren sollen helfen, die fachärztliche Betreuung regional besser zu verteilen und bestehende Engpässe abzufedern. Welche Standorte dafür konkret vorgesehen sind, wurde im vorliegenden Material nicht genannt.
Die Präsentation in Wien ist auch politisch relevant, weil die Gesundheitsreform zuletzt vor allem an der Schnittstelle zwischen Bund und Ländern verhandelt wurde. Die Steiermark signalisiert nun Bereitschaft, einzelne Maßnahmen rasch umzusetzen und dafür auch zusätzliche Bundesmittel zu nutzen. Die Anschubfinanzierung für die drei Facharztzentren wäre dabei ein zentraler Hebel, um den Start der neuen Strukturen zu erleichtern.
Für die Landespolitik ist das Thema besonders heikel, weil die Versorgung im niedergelassenen Bereich und der Zugang zu Fachärzten seit Jahren zu den umstrittensten Fragen im Gesundheitssystem zählen. Die Steiermark will sich nun als Testfeld positionieren, in dem Reformideen schneller in die Praxis gebracht werden können. Ob der Bund auf das Angebot eingeht, ist damit zu einer entscheidenden Frage für die nächsten Schritte geworden.









