Nach dem massiven Ansturm auf die spanische Exklave Ceuta ist die Lage zwar weitgehend wieder unter Kontrolle, politisch aber keineswegs erledigt. Fast alle Menschen, die die Grenze von Marokko aus überwunden hatten, sind inzwischen wieder aus der Stadt zurückgekehrt. In Spanien und auf EU-Ebene hat damit die Aufarbeitung der Vorgänge begonnen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie es zu dem plötzlichen Anstieg an Grenzübertritten kommen konnte und wie sich eine Wiederholung verhindern lässt. Ceuta liegt an der Nordküste Afrikas und ist eine von zwei spanischen Exklaven an der Grenze zu Marokko. Die Stadt war in den vergangenen Tagen Ziel eines Ansturms, der in Spanien für Bestürzung sorgte.
Am Samstagmorgen wurde rund um den Wellenbrecher von El Tarajal eine schwimmende Sperre eingezogen. Die 500 Meter lange aufblasbare Barriere ragt nach Angaben aus dem Umfeld der Maßnahme nur 30 bis 70 Zentimeter aus dem Wasser. Ergänzt wurde sie durch mehrere verankerte Bojen der spanischen Marine.
Die Sperre soll die Grenze zwischen Spanien und Marokko am Übergang bei Ceuta besser sichern. Der äußerlich wenig eindrucksvolle Aufbau ändert wenig daran, dass die Sicherheitslage dort inzwischen zu einem politischen Thema geworden ist. Die Geschehnisse haben in Madrid wie auch in Brüssel die Debatte über den Umgang mit Grenzdruck und Migration neu belebt.
Die spanische Regierung steht nun ebenso unter Druck wie die europäischen Institutionen. Neben der unmittelbaren Absicherung der Grenze geht es auch um die Abstimmung mit Marokko und um die Frage, welche Konsequenzen die Ereignisse für die künftige europäische Migrationspolitik haben können.









