Nach Angriffen der jemenitischen Houthi-Miliz auf saudische Ölanlagen ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge Bab al-Mandab am Südeingang des Roten Meeres eingebrochen. Am Sonntag passierten nur elf Handelsschiffe die vielbefahrene Wasserstraße vor der Küste des Jemen – der niedrigste Stand seit Monaten, wie aus am Montag veröffentlichten Daten des Analysehauses Kpler hervorgeht.
Die enge Passage zwischen dem Jemen und Dschibuti gilt als einer der wichtigsten Seewege für den Handel zwischen Europa, Asien und dem Nahen Osten. Wenn dort weniger Schiffe unterwegs sind, verlängern sich Routen oder Frachter weichen auf andere Wege aus. Das erhöht die Transportkosten und verschärft die Unsicherheit für den internationalen Warenverkehr.
Auch die Straße von Hormus, über die ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports läuft, blieb am Wochenende laut den Daten von Kpler schwach frequentiert. Der Rückgang an beiden Engstellen deutet auf eine spürbare Verunsicherung der Schifffahrtsbranche nach den jüngsten Angriffen hin.
Die Houthi-Miliz hatte zuletzt wiederholt Ziele in der Region attackiert und damit die Lage an den maritimen Knotenpunkten verschärft. Für Reeder und Versicherer zählt vor allem das Risiko weiterer Angriffe. Schon einzelne Zwischenfälle reichen aus, um Routenentscheidungen zu verändern und den Verkehr auf den strategisch wichtigen Seewegen deutlich zu drücken.
Für den Öl- und Welthandel ist das besonders heikel: Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und damit mit dem Indischen Ozean. Von dort führt der Weg über den Suezkanal weiter nach Europa. Jede längere Störung an dieser Stelle hat unmittelbare Folgen für Lieferketten, Frachtraten und die Versorgung der Märkte.









