Der US-Tech-Milliardär Peter Thiel soll Anfang Juni zu den Wiener Festwochen nach Wien kommen. Geplant ist eine Veranstaltung mit dem umstrittenen Investor und Trump-Unterstützer, der seit Jahren mit libertären und autoritären Positionen polarisiert. Die Festwochen setzen damit auf einen Gast, der weit über die Kulturwelt hinaus für Debatten sorgt.
Thiel, Mitgründer von PayPal und einer der einflussreichsten Köpfe aus dem Silicon Valley, zählt zu den schärfsten Kritikern liberaler Demokratien. Er hat sich in der Vergangenheit wiederholt gegen staatliche Eingriffe und für eine radikale Freiheit des Marktes ausgesprochen. Zugleich unterstützte er früh Donald Trump und finanzierte republikanische Kandidaten in den USA.
Sein Auftritt in Wien passt in eine Reihe von Gästen, mit denen die Festwochen unter Intendant Milo Rau bewusst Reibung erzeugen. Rau hat das Festival als Ort politischer Auseinandersetzung positioniert und zuletzt immer wieder Persönlichkeiten eingeladen, die öffentliche Widersprüche und Kontroversen auslösen. Die Präsenz Thiels dürfte daher nicht nur Zustimmung, sondern auch Proteste hervorrufen.
Besonders kritisch gesehen wird Thiel auch wegen seiner Nähe zu illiberalen Denkern und seiner Aussagen über Demokratie und Fortschritt. In der Vergangenheit hat er Autoren wie René Girard und Carl Schmitt rezipiert und sich mit Vorstellungen einer technokratisch geprägten Zukunft beschäftigt. Für die Festwochen ist das heikel und zugleich kalkuliert: Der Auftritt dürfte eine Debatte darüber befeuern, wie weit ein öffentlich finanziertes Kulturfestival bei der Auswahl seiner Gäste gehen soll.
Die genaue Form der Veranstaltung und der inhaltliche Rahmen sind bislang nicht näher bekannt. Dass Thiel bei den Festwochen auftritt, ist aber schon jetzt ein Signal: Das Festival holt einen der reichsten und umstrittensten Männer der Gegenwart nach Wien – und stellt ihn mitten in eine politische und kulturelle Debatte, die weit über die Stadt hinausreichen dürfte.









