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Pasterze verliert bald den Spitzenplatz unter Österreichs Gletschern

Redaktionelle Szene zum Thema „Pasterze verliert bald den Spitzenplatz unter Österreichs Gletschern“

Die Pasterze am Großglockner wird nach Einschätzung von Alpenverein, Nationalpark Hohe Tauern und Geosphere Austria bald nicht mehr der größte Gletscher Österreichs sein. Erwartet wird, dass in den kommenden Monaten der sogenannte Hufeisenbruch abschmilzt – die letzte Eisverbindung zwischen dem Firngebiet und der Gletscherzunge. Damit könnte der Tiroler Gepatschferner an die Spitze rücken.

Der Hufeisenbruch ist in den vergangenen Jahrzehnten massiv geschrumpft. Noch zur Jahrtausendwende war die Eisbrücke über den Riffwinkel an der Nordseite der Pasterzenzunge mehr als 800 Meter breit, inzwischen ist daraus nur noch ein schmales Band geworden. Fachleute halten es für möglich, dass die Verbindung bei einem weiteren warmen Sommer schon in den nächsten Monaten reißt; bei günstigeren Bedingungen könnte sie auch noch bis Jahresende bestehen bleiben.

Symptom des massiven Gletscherschwunds

Die Entwicklung steht stellvertretend für den raschen Rückgang der heimischen Gletscher. Steigende Temperaturen und zuletzt häufig geringe Schneemengen lassen die Eiskörper in einem Ausmaß schrumpfen, das noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar war. Auf diese Entwicklung weisen Forschende und der Alpenverein seit Jahren mit Gletscherberichten hin.

Die Pasterze ist durch die Großglockner-Hochalpenstraße seit der Zwischenkriegszeit von Kärnten und Salzburg aus gut erreichbar und gilt als einer der bekanntesten Gletscher des Landes. Sie ist touristisch bedeutsam und zugleich ein prägendes Naturbild des Nationalparks Hohe Tauern. Mit dem Verlust der letzten Verbindung zwischen Firngebiet und Zunge würde sich ihre Gestalt weiter deutlich verändern.

Welche Fläche der Gepatschferner im direkten Vergleich tatsächlich einnimmt, hängt auch davon ab, wie sich die Gletscher in den kommenden Monaten weiter entwickeln. Klar ist schon jetzt: Der langjährige Rückzug der Pasterze setzt sich fort – und mit ihm verschiebt sich auch die Rangordnung unter Österreichs größten Gletschern.

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