Österreich hat nach Angaben von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) mit US-Behörden zu einem mutmaßlich gefälschten Reisepass von Jeffrey Epstein Kontakt gehabt. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage hervor. Dem 2019 gestorbenen und wegen Sexualdelikten verurteilten US-Milliardär soll 1982 ein österreichischer Pass ausgestellt worden sein.
Der Fall wirft Fragen zu einem Dokument auf, das Epstein offenbar unter einem anderen Namen verwendet haben soll. Nach den nun bestätigten Kontakten stand Österreich demnach mit amerikanischen Stellen im Austausch, um den Hintergrund des Passes zu klären. Welche Behörde auf US-Seite eingebunden war und in welchem Umfang die Prüfungen geführt wurden, wurde in dem Zusammenhang nicht näher ausgeführt.
Epstein war in den USA mehrfach mit schweren Vorwürfen rund um sexuellen Missbrauch Minderjähriger konfrontiert. Der Finanzier nahm sich 2019 in einem Gefängnis in New York das Leben, bevor es zu einem Prozess wegen weiterer Anklagen kommen konnte. Sein Netzwerk und die Frage, wie er über Jahre Reisen und Vermögensstrukturen organisierte, beschäftigen Ermittler und Politik bis heute.
Für Österreich ist der Fall vor allem deshalb heikel, weil ein in den 1980er-Jahren ausgestellter Pass auf mögliche Unregelmäßigkeiten bei Identitätsdokumenten verweist. Sollte sich bestätigen, dass das Dokument gefälscht oder missbräuchlich verwendet wurde, dürfte das auch Fragen nach den damaligen Ausstellungs- und Kontrollmechanismen aufwerfen. Karner bestätigte nun zumindest, dass die Republik mit den US-Behörden dazu in Kontakt stand.









