Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu hat behauptet, mehrere christliche Dörfer im Südlibanon hätten um eine Eingliederung nach Israel gebeten. Israel würde die Bevölkerung nach seinen Worten vor den „Fanatikern der Hisbollah“ schützen, die sie töten wollten. Netanyahu äußerte sich dazu am Sonntag.
Die Aussage fällt in eine Phase weiter angespannter Lage an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon. Seit Beginn des Gaza-Kriegs liefern sich die israelische Armee und die libanesische Hisbollah fast täglich Feuerwechsel. Die Schusswechsel haben auf beiden Seiten Tote, Verletzte und Zehntausende Vertriebene verursacht.
Netanyahus Bemerkung ist auch politisch brisant, weil sie über die Sicherheitslage hinaus eine mögliche Verschiebung der Grenzfrage andeutet. Eine Eingliederung libanesischer Dörfer nach Israel wäre völkerrechtlich und diplomatisch hoch umstritten. Der Libanon betrachtet jede Veränderung seiner Staatsgrenzen als rote Linie.
Die Hisbollah versteht sich als Verbündete der Hamas und hat ihre Angriffe auf Israel als Solidarität mit den Palästinensern begründet. Israel wiederum hat die Miliz seit Monaten mit Luftangriffen und Artilleriefeuer bekämpft, um sie von der Nordgrenze zurückzudrängen. Internationale Vermittler, darunter Frankreich und die USA, bemühen sich seit Wochen um eine Deeskalation.
Ob und welche Dörfer tatsächlich eine solche Bitte gestellt haben, blieb in Netanyahus Äußerung unklar. Fest steht: Die Beziehung zwischen Israel und dem südlichen Libanon ist seit Jahrzehnten von Konflikten, Grenzstreit und der Präsenz bewaffneter Gruppen geprägt. Jede Andeutung territorialer Ansprüche dürfte deshalb umgehend neue politische Spannungen auslösen.









