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Misstrauen auf dem Stellplatz: Besuch bei einer Roma-Gruppe in Parndorf

Redaktionelle Szene zum Thema „Misstrauen auf dem Stellplatz: Besuch bei einer Roma-Gruppe in Parndorf“

Im burgenländischen Parndorf hat eine Polizeiwarnung vor einer Gruppe Reisender zuletzt für Diskussionen gesorgt. Der Besuch bei den dort abgestellten Wohnwagen zeigt eine kleine, mobile Gemeinschaft, die mit Vorurteilen, Aufmerksamkeit und Misstrauen zugleich konfrontiert ist.

Die Wagen stehen hinter dem Outletcenter und nahe dem Pannonia Tower Hotel, direkt unter einer Hochspannungsleitung. Vor Ort sind zehn weiße Wohnwagen zu sehen, dazu die SUVs, mit denen sie gezogen wurden. Die meisten Fahrzeuge tragen französische, einzelne deutsche Kennzeichen. Die Menschen in der Gruppe sprechen Französisch.

Der Ort ist damit nicht nur ein Durchgangsplatz, sondern auch ein sichtbarer Brennpunkt einer Debatte, die über Parndorf hinausreicht: Wer sind jene Roma und Sinti, die als reisend oder durchreisend wahrgenommen werden, und wie lassen sich Vorurteile gegen die Volksgruppe abbauen? Die Polizeiwarnung hat die Aufmerksamkeit auf diese Fragen gelenkt und zugleich die Unsicherheit vieler Anrainer verstärkt.

Im Kontakt mit Passanten entsteht auch im Kleinen ein anderes Bild als jenes der pauschalen Verdächtigung. So half die Neugier eines Mädchens mit künstlichen Nägeln aus dem Outletcenter, die anfängliche Distanz etwas zu überbrücken. Der kurze Moment zeigt, wie rasch aus Skepsis zumindest vorsichtige Annäherung werden kann, wenn Menschen einander direkt begegnen.

Der Fall verweist zugleich auf ein bekanntes Problem: Roma und Sinti werden in Österreich und darüber hinaus immer wieder mit pauschalen Zuschreibungen konfrontiert, obwohl sie eine vielfältige und keineswegs einheitliche Gruppe sind. Gerade dort, wo Wohnmobile oder Wohnwagen auffallen, kippt die Wahrnehmung rasch von bloßer Aufmerksamkeit zu Generalverdacht.

Parndorf ist damit auch ein Beispiel dafür, wie lokale Polizeihinweise und öffentliche Reaktionen die Stimmung gegenüber einer Minderheit prägen können. Der konkrete Anlass mag ein kurzer Aufenthalt sein. Die eigentliche Frage reicht weiter: Wie lässt sich Sicherheit gewährleisten, ohne alte Vorurteile zu verstärken?

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