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Mehr Interesse an Börsenkursen: Wiener Börse rät zu frühem Einstieg in ETFs

Redaktionelle Szene zum Thema „Mehr Interesse an Börsenkursen: Wiener Börse rät zu frühem Einstieg in ETFs“

Die Wiener Börse verzeichnet ein steigendes Interesse an ihren Finanzbildungskursen. Parallel dazu nimmt auch die Zahl jener zu, die in Aktien und Fonds investieren. Für den Einstieg brauche es vor allem nicht viel Kapital, sagte Börsen-Sprecherin Julia Resch im „Wien heute“-Interview: „Der Start ist wichtiger als das Startkapital.“

Heute könne man schon mit einfachen Mitteln an der Börse beginnen, betonte Resch. Besonders geeignet seien ETFs, also börsengehandelte Fonds. Sie ermöglichten es, „Stück für Stück kostengünstig und breit gestreut“ zu investieren. Entscheidend sei, langfristig zu denken und nicht alles auf eine Karte zu setzen.

Frauen investieren deutlich seltener

Das Thema Finanzbildung spielt aus Sicht der Börse vor allem auch bei Frauen eine Rolle. Laut dem aktuellen Aktienbarometer der Wiener Börse besitzen in Österreich 38 Prozent der Männer Wertpapiere, aber nur 24 Prozent der Frauen. Nur 15 Prozent der Frauen geben an, über genug Börsenwissen zu verfügen. Die Börse bietet daher auch Kurse speziell für Frauen an.

„Finanzwissen ist die beste Vorsorge gegen Altersarmut, gerade bei Frauen“, sagte Resch. Frauen lebten im Schnitt länger, arbeiteten öfter in Teilzeit und hätten dadurch häufig niedrigere Pensionsansprüche. Private Vorsorge könne hier gegensteuern.

Lena Gugenberger von der Wiener Börse Akademie verwies darauf, dass sich die Produkte auf dem Kapitalmarkt in den vergangenen Jahren „sehr demokratisiert“ hätten. Im Vorjahr besuchten 2600 Menschen einen Finanzbildungskurs der Akademie. Viele kämen mit dem ersten Gehalt oder aus Sorge um die eigene Zukunft, sagte Gugenberger. Häufig gehe es dabei um Altersvorsorge.

Ein Drittel der Österreicher investiert bereits

Nach dem jüngsten Aktienbarometer hat inzwischen ein Drittel der Menschen in Österreich bereits in Aktien, Anleihen, Fonds oder ETFs investiert. Ein weiteres Fünftel kann sich vorstellen, künftig in Wertpapiere einzusteigen. Unter den Anlegern sind Investmentfonds und ETFs mit 24 Prozent die verbreitetsten Anlageformen, gefolgt von Aktien mit 18 Prozent und Anleihen mit 11 Prozent.

Resch verwies zugleich auf die jüngste Entwicklung an der Börse. Europäische Aktien, darunter auch österreichische Titel, seien stark gefragt. Viele Unternehmen verfügten über stabile Geschäftsmodelle und würden als verlässliche Dividendenzahler geschätzt. Zudem seien sie oft international tätig und damit weniger vom heimischen Markt abhängig.

Für die Börse ist der Trend ein Signal, dass sich das Interesse am Kapitalmarkt verbreitert. Das höhere Interesse an Kursen und der vergleichsweise frühe Einstieg vieler junger Menschen deuten darauf hin, dass Börse und private Vorsorge stärker im Alltag ankommen als noch vor einigen Jahren.

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