Der Aufbau der geplanten Medizin-Privatuniversität des Burgenlands hat einen personellen Rückschlag erlitten: Christian Joukhadar, der erst im Herbst als strategischer Kopf des Projekts präsentiert worden war, ist gekündigt worden. Die Landesholding, die das Vorhaben finanziert, bestätigte die Trennung und sprach von „personellen Verwerfungen“, die bei einem Uni-Aufbau „normal“ seien.
Joukhadar sollte die Schlüsselfigur für das Prestigeprojekt von Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil werden. Er war als medizinischer Professor geholt worden, um die Akkreditierung und den Aufbau der neuen Hochschule voranzutreiben. Doskozil hatte sich damals demonstrativ hinter den Akademiker gestellt und ihn als jemanden bezeichnet, der das Projekt zum Erfolg führen solle.
Die Medizin-Privatuniversität ist eines der teuersten und politisch aufgeladensten Vorhaben des Landes. Obwohl sie als private Universität organisiert werden soll, stammt die Finanzierung aus öffentlichen Mitteln des Burgenlands. Der Studienbetrieb soll spätestens 2029 starten. Das Projekt ist damit eng mit dem politischen Erbe des Landeshauptmanns verknüpft, der sich davon ein Leuchtturmvorhaben für den Standort verspricht.
Mit der Trennung von Joukhadar verliert das Vorhaben nun ausgerechnet jene Person, die nach außen für fachliche Glaubwürdigkeit und strategische Kontinuität stehen sollte. Für den weiteren Aufbau wird damit erneut die Frage drängend, wer die universitäre Konzeption, die Akkreditierung und die nächsten Schritte organisatorisch absichern soll.









