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Kosten für Promi-Events der Wirtschaftskammer Wien sorgen für Kritik

Redaktionelle Szene zum Thema „Kosten für Promi-Events der Wirtschaftskammer Wien sorgen für Kritik“

Die Wirtschaftskammer Wien steht wegen ihrer Ausgaben für Veranstaltungen mit prominenten Rednern unter Druck. Ein internes Papier listet für das Jahr 2024 Eventkosten von rund 86.500 Euro auf, darunter 33.000 Euro für einen Auftritt des früheren Boxweltmeisters Henry Maske und 18.431,40 Euro für einen Vortrag des Zukunftsforschers Sven Gábor Jánszky.

Die Zahlen fallen in eine Phase, in der viele Betriebe in Österreich mit der Rezession kämpfen und die Kammer zugleich wegen des Umgangs mit ihren Umlagen kritisiert wird. Diese Mittel stammen aus den Beiträgen der Mitgliedsbetriebe, die in der öffentlichen Debatte regelmäßig als Zwangsbeiträge bezeichnet werden.

Interne Liste mit Veranstaltungen

Nach den vorliegenden Angaben umfasste die Liste mehrere Events der Wirtschaftskammer Wien aus dem Vorjahr. Die Sparte Handel lud demnach am 14. Oktober 2024 in die Sofiensäle, wo Maske als Redner auftrat. Für die Veranstaltung wurden 33.000 Euro veranschlagt.

Auch die Sparte Information und Consulting organisierte eine Veranstaltung mit einem bekannten Gast: Der Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky kostete dem Papier zufolge 18.431,40 Euro. Weitere Detailangaben zu Inhalt, Zweck oder den genauen Leistungen der Events legte die Kammer nicht offen.

Politischer Druck auf Walter Ruck

Die Debatte trifft Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck (ÖVP) in einer ohnehin angespannten Phase. Er steht nach veröffentlichten Protokollen vertraulicher Gespräche unter Kritik, in denen er offen über Einflussnahme auf Wahllisten und Postenschacher gesprochen haben soll. Zusätzlich sorgten Aussagen für Empörung, die als Ausdruck eines altmodischen Frauenbilds gewertet wurden.

Ruck sieht bisher keinen Grund, sein Amt aufzugeben. Auch indirekte Aufforderungen von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und WKO-Präsidentin Martha Schultz änderten daran bislang nichts. Die nun bekanntgewordenen Eventkosten verstärken die Diskussion über Transparenz und den Umgang der Kammer mit Mitgliederbeiträgen.

Für die Wirtschaftskammer Wien wird die Frage damit drängender, wofür die Umlagen der Betriebe eingesetzt werden und wie nachvollziehbar solche Ausgaben sind. Gerade in einem Jahr, in dem viele Unternehmen auf Kostendisziplin angewiesen waren, geraten Veranstaltungen mit prominenten Gästen politisch besonders in den Blick.

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