Kanada hat den Auftrag für den Bau von zwölf neuen U-Booten an ein von ThyssenKrupp Marine Systems geführtes Konsortium vergeben. Mit dem Milliardenprojekt will die Regierung in Ottawa ihre seit Jahren als schwach geltende U-Boot-Flotte modernisieren und die Einsatzfähigkeit der Marine deutlich erhöhen.
Nach den vorliegenden Angaben soll das Vorhaben ein Volumen von rund 61 Milliarden Euro haben. Für Kanada ist es eine der größten Beschaffungen in der Geschichte der Streitkräfte. Die bisherige Flotte der Victoria-Klasse gilt als überaltert; von den vier Booten ist derzeit nur eines seetüchtig.
Das Interesse an neuen U-Booten ist in Kanada seit längerem groß. Das Land verfügt über lange Küstenlinien im Atlantik, Pazifik und im Arktischen Ozean und will seine Fähigkeiten zur Überwachung dieser Seegebiete ausbauen. Auch die wachsende strategische Bedeutung der Arktis spielt bei der Modernisierung der Marine eine Rolle.
ThyssenKrupp Marine Systems zählt zu den bedeutendsten europäischen Herstellern konventioneller U-Boote. Das Unternehmen baut unter anderem Bootstypen für mehrere Nato-Staaten und Partnerländer. Mit dem kanadischen Auftrag würde die deutsche Rüstungsindustrie einen weiteren Großauftrag im Ausland verbuchen.
Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der westliche Staaten ihre Verteidigungsausgaben erhöhen und militärische Beschaffung stärker auf langfristige Einsatzbereitschaft ausrichten. Für Kanada geht es dabei nicht nur um Ersatz für bestehendes Material, sondern um eine grundlegende Erneuerung seiner U-Boot-Kapazitäten.









