Die US-Mathematikerin Joan Birman hat mit 99 Jahren gemeinsam mit Forscherinnen ein Problem der Knotentheorie gelöst, an dem auch künstliche Intelligenz gescheitert war. Im Zentrum stand das sogenannte Burau-Problem, ein seit Jahrzehnten bekanntes Rätsel aus der mathematischen Knotentheorie.
Birman, geboren 1927, arbeitete dabei mit Kolleginnen an einer Frage, die in ihrer Formulierung wortwörtlich verdreht war. Genau diese Struktur machte das Problem besonders schwer zugänglich. Während Systeme der künstlichen Intelligenz daran scheiterten, kamen die Mathematikerinnen zu einer Lösung.
Die Arbeit unterstreicht, dass mathematische Einsicht nicht nur von Rechenleistung abhängt. Gerade in der Knotentheorie, einem Teilgebiet der Topologie, reicht automatisierte Mustererkennung oft nicht aus, wenn es um formale Beweise und die richtige Deutung komplexer Strukturen geht.
Birman gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Namen ihres Fachs. Dass sie auch mit 99 Jahren noch an einem solchen Problem mitarbeitet, fällt in der Mathematikszene auf, weil es den Gegensatz zwischen menschlicher Erfahrung und maschineller Analyse deutlich macht. Die nun gefundene Lösung betrifft nicht nur ein einzelnes Problem, sondern auch die Frage, wie weit KI bei abstrakten mathematischen Beweisen tatsächlich kommen kann.









