Die Küstenregion Istriens steht unter Druck, weil steigende Meeresspiegel und die Folgen des Klimawandels die tiefer gelegenen Abschnitte an der Adria zunehmend angreifbar machen. Besonders entlang der historischen Küstenorte wird deutlicher, wie stark das Gleichgewicht zwischen Siedlungen, Hafenanlagen und Meer bereits verschoben ist.
Istrien ist dabei kein Einzelfall. In vielen Teilen der Adria treffen ähnliche Probleme aufeinander: Bodensenkungen, häufigere Überflutungen bei Sturmfluten und längerfristig der Anstieg des Meeresspiegels. Für flache Küstenabschnitte, Altstädte und touristisch intensiv genutzte Uferzonen wächst damit das Risiko, dass Schutzmaßnahmen teuer und zugleich nur begrenzt wirksam sind.
Das betrifft nicht nur die kroatische Halbinsel, sondern auch andere Küstenräume in der Region, in denen historische Bausubstanz direkt an oder knapp über dem Wasserspiegel liegt. Gerade in Städten mit jahrhundertealter Uferbebauung wird die Anpassung an ein sich veränderndes Klima zur dauerhaften Aufgabe: Drainagen, Dämme, Ufersicherungen und strengere Bauvorgaben können das Problem dämpfen, aber nicht vollständig lösen.
Die Debatte reicht dabei weit über den Tourismus hinaus. Wenn Küstenabschnitte regelmäßig von Salzwasser belastet werden, leidet auch die Infrastruktur: Straßen, Kanäle, Versorgungsleitungen und Kellergeschosse werden anfälliger. Hinzu kommt der Druck auf Gemeinden, die einerseits ihre historische Identität bewahren wollen, andererseits aber Geld für Schutz und Sanierung aufbringen müssen.
Für die Adria-Küste ist das ein längerfristiges Szenario mit unmittelbaren Folgen. Was heute noch als vereinzeltes Hochwasserereignis gilt, kann in den kommenden Jahren häufiger werden. Damit wächst der Handlungsdruck auf Städte und Regionen, die bislang vor allem von ihrem Wasserreichtum lebten und nun lernen müssen, mit ihm zu rechnen.









