Der Krieg zwischen Israel und dem Iran bringt US-Präsident Donald Trump innenpolitisch zunehmend in Bedrängnis. Aus dem von ihm als rasch durchsetzbare Machtdemonstration erwarteten Schlag entwickelt sich ein Konflikt, der wirtschaftliche und politische Risiken für das Weiße Haus verstärkt – just zu einem Zeitpunkt, an dem die Republikaner auf ein starkes Narrativ für die Kongresswahlen angewiesen sind.
Trump hatte sich im Wahlkampf und auch nach seinem Amtsantritt als Präsident präsentiert, der amerikanische Stärke mit schnellen Entscheidungen verbindet. Die Lage im Nahen Osten passt dazu immer schlechter. Je länger die Konfrontation anhält, desto stärker geraten die Folgen für die USA selbst in den Vordergrund: steigende Energiepreise, Unsicherheit an den Märkten und wachsende Skepsis in Teilen der Bevölkerung gegenüber einem neuen Großkonflikt.
Wirtschaftliche Folgen werden zum politischen Risiko
Besonders sensibel ist die Lage an den Sprit- und Energiepreisen. Ein Krieg am Golf kann die Ölpreise rasch nach oben treiben; das trifft in den USA unmittelbar die Verbraucher und damit einen zentralen politischen Nerv. Für Trump ist das heikel, weil er seine wirtschaftspolitische Bilanz an der Stimmung im Alltag misst. Teurere Tankstellen und höhere Preise im Supermarkt schwächen jene Botschaft, mit der er sich als Garant für Wohlstand und Ordnung inszenieren will.
Hinzu kommt der Druck durch die kommenden Midterms. Schon jetzt richtet sich der Blick in Washington auf die Frage, ob die Republikaner ihre Mehrheiten im Kongress halten können. Jeder längere militärische Einsatz, jede neue Eskalation und jede wirtschaftliche Verunsicherung vergrößern das Risiko, dass Trump nicht als entschlossener Krisenmanager, sondern als Präsident ohne klare Exit-Strategie wahrgenommen wird.
Zwischen Abschreckung und Verstrickung
Auch strategisch ist die Lage für Trump schwierig. Ein harter amerikanischer Kurs gegen Teheran soll Stärke zeigen und Verbündete absichern. Zugleich wächst die Gefahr, dass die USA tiefer in einen Konflikt hineingezogen werden, dessen Ende nicht absehbar ist. Genau darin liegt die politische Gefahr: Was als begrenzte Machtdemonstration verkauft werden kann, kann sich rasch zu einem Abnutzungskrieg entwickeln, der Zeit, Geld und innenpolitische Autorität kostet.
Für den Präsidenten entsteht damit ein doppeltes Problem. Nach außen muss er gegenüber Iran und den Partnern im Nahen Osten Handlungsfähigkeit beweisen. Nach innen muss er erklären, warum ein Krieg, der schnell Eindruck machen sollte, nun länger dauert, teurer wird und seine politische Agenda überlagert. Je länger dieser Zustand anhält, desto größer wird die Gefahr, dass der Konflikt seine Präsidentschaft nicht stärkt, sondern schwächt.









