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Gressel kritisiert Entlassung von Fedorow als Eigentor für Selenskyj

Redaktionelle Szene zum Thema „Gressel kritisiert Entlassung von Fedorow als Eigentor für Selenskyj“

Die Entlassung des ukrainischen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow durch Präsident Wolodymyr Selenskyj war nach Einschätzung des Militäranalytikers Gustav Gressel ein „Schuss ins eigene Knie“. Der Experte von der Landesverteidigungsakademie Wien sieht den Schritt kritisch und verweist auf mögliche Spannungen zwischen Fedorow und Armeechef Olexander Syrskyj.

Gressels Bewertung fällt in eine Phase, in der die ukrainische Führung unter großem militärischem und politischem Druck steht. Veränderungen an der Spitze des Verteidigungsressorts sind in Kiew deshalb nicht nur Personalentscheidungen, sondern auch Signale über Machtverhältnisse innerhalb des Sicherheitsapparats. Wenn Konflikte zwischen Ministerium und Militärführung offen oder verdeckt eskalieren, kann das die Steuerung der Verteidigung zusätzlich erschweren.

Fedorow gilt als eine der bekanntesten Figuren in Selenskyjs Umfeld. Er war in der Vergangenheit vor allem als treibende Kraft hinter der Digitalisierung des Staates und als politisch gut vernetzter Modernisierer wahrgenommen worden. Eine Ablösung in einer so sensiblen Funktion weckt daher auch Fragen nach der innenpolitischen Stabilität in der Ukraine und danach, wie geschlossen die Führung im Krieg gegen Russland auftritt.

Nach Einschätzung von Gressel könnte der Hintergrund der Entlassung in einem Konflikt mit Armeechef Syrskyj liegen. Solche Spannungen zwischen politischer Führung und Militär sind in Kriegszeiten besonders heikel, weil sie nicht nur Personalfragen betreffen, sondern auch die operative Abstimmung, Zuständigkeiten und letztlich die Wehrfähigkeit des Landes.

Für Selenskyj ist der Personalentscheid damit mehr als eine interne Umbesetzung. Er sendet ein Signal nach innen und außen – in einer Lage, in der die Ukraine auf Verlässlichkeit, klare Befehlsketten und politische Geschlossenheit angewiesen ist.

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