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FPÖ verfehlt in Neunkirchen das klare Signal für den „Kickl-Weg“

Redaktionelle Szene zum Thema „FPÖ verfehlt in Neunkirchen das klare Signal für den „Kickl-Weg““

Die FPÖ hat bei der außerordentlichen Gemeinderatswahl in Neunkirchen ihr Ziel verfehlt, mit einem schärfer auf Herbert Kickl ausgerichteten Kurs ein deutliches Signal zu setzen. Trotz hoher Mobilisierung, mehreren Pressekonferenzen und prominenter Begleitung blieb das Ergebnis hinter den Erwartungen zurück. In der niederösterreichischen Stadt setzte sich stattdessen ein pragmatischeres Gegenangebot durch.

Die Wahl galt den Freiheitlichen als politisch wichtig. Die Landespartei machte den Urnengang zur Bewährungsprobe, die Plakatierung war auffällig, und auch auf der Kandidatenliste stand mit Helmut Fiedler der eigene Landesgeschäftsführer an der Spitze. Die Partei wollte damit zeigen, dass der von ihr angekündigte „Systemwechsel“ auch auf kommunaler Ebene trägt.

Genau dieses Signal blieb aus. In Neunkirchen überzeugte ein Teil der bisherigen FPÖ-Wählerschaft offenbar ein anderer Kurs: Mit einer eigenen Liste konnte der frühere FPÖ-Vizebürgermeister Marcus Berlosnig reüssieren. Damit trat ein parteiinterner Mitbewerber auf den Plan, der nicht auf maximale Konfrontation setzte, sondern auf ein handfestes, kommunalpolitisch geerdetes Angebot.

Das Ergebnis ist für die Freiheitlichen deshalb mehr als ein lokaler Rückschlag. Der Fall zeigt, dass der harte „Kickl-Weg“ nicht in jedem politischen Umfeld zieht. Gerade dort, wo Wählerinnen und Wähler konkrete Probleme vor Ort erwarten, kann eine nüchterne, weniger ideologisch aufgeladene Linie der FPÖ Stimmen abnehmen.

Für die Partei ist das heikel, weil sie zuletzt stark auf Geschlossenheit und Zuspitzung gesetzt hat. Wenn sich ausgerechnet in einer von der Spitze intensiv begleiteten Wahl eine alternative Liste durchsetzt, legt das die Grenzen eines rein konfrontativen Kurses offen. Der Befund aus Neunkirchen dürfte deshalb auch über die Stadtgrenzen hinaus aufmerksam verfolgt werden.

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