Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat die Salzburger Festspiele am Samstag offiziell eröffnet und dabei vor Angriffen auf Freiheit und Demokratie gewarnt. In seiner Rede betonte er das Glück, in einer freien und friedlichen Heimat zu leben, rief aber zugleich dazu auf, sich gegen Bedrohungen aus „Ost und West“ zu wappnen.
Der Bundespräsident knüpfte damit an die politische Dimension einer Eröffnungsfeier an, die traditionell weit über den Kulturbetrieb hinaus Wirkung entfaltet. In Zeiten des Kriegs in der Ukraine, wachsender Spannungen zwischen Russland und dem Westen sowie autoritärer Rückschritte in Teilen Europas erhielt der Verweis auf äußere Angriffe besonderen Nachdruck.
Vor Van der Bellens Ansprache hatte die belarussische Bürgerrechtlerin Maryja Kalesnikawa die Festrede gehalten. Ihre Worte sollten den Blick auf Unterdrückung und politische Repression lenken. Kalesnikawa gilt seit Jahren als eine der bekanntesten Gesichter des Widerstands gegen das Regime in Belarus und sitzt nach ihrer Festnahme in Haft.
Für einen weiteren prominenten Akzent sorgte Schauspielerin Senta Berger, die einen wenig bekannten Text von Max Reinhardt vorlas. Damit rückte bei der Eröffnung auch die historische und geistige Tradition der Festspiele ins Zentrum. Reinhardt war einer der Gründungsväter des Festivals, das seit 1920 als Bühne für Kunst, Selbstverständigung und politische Reflexion gilt.
Die Eröffnung in Salzburg verbindet regelmäßig Kultur mit Gegenwartsbezug. Van der Bellens Wortwahl fiel in eine Phase, in der europäische Staaten nicht nur mit militärischen Bedrohungen und Desinformation aus dem Osten, sondern auch mit inneren Angriffen auf demokratische Institutionen und gesellschaftlichen Zusammenhalt konfrontiert sind. Die Rede setzte damit ein klares Signal, dass die Festspiele auch als Ort politischer Mahnung verstanden werden.









