Auf der Secondhand-Plattform Vinted haben in den vergangenen Tagen Anzeigen mit verstörenden Beschreibungen und teils horrenden Preisen für Aufregung gesorgt. In sozialen Netzwerken wurde rasch vermutet, dahinter könnten Angebote für Kinder oder sogar Hinweise auf Menschenhandel stecken. Die Polizei geht nach bisherigen Erkenntnissen jedoch davon aus, dass es sich um Fake-Anzeigen handelt.
In den Inseraten, die immer wieder auftauchen und kurz darauf wieder verschwinden, werden etwa „Kuscheltiere“, „Plüsch“ oder andere scheinbar harmlose Gegenstände mit Angaben wie „Neugeborenes“, „Frühchen“ oder Altersangaben versehen. Auch Preise von mehreren Tausend bis Zehntausenden Euro wurden genannt. Die Formulierungen wirken absichtlich doppeldeutig und haben die Debatte in Onlineforen und unter Jugendlichen weiter angeheizt.
Wer solche Anzeigen meldet, erhält von der Plattform nach übereinstimmenden Berichten oft die Rückmeldung, dass kein eindeutiger Verstoß gegen die Community-Regeln festgestellt worden sei. Gleichzeitig verweist Vinted auf die Möglichkeit, entsprechende Nutzerinnen und Nutzer zu blockieren. Das hat die Kritik verschärft: Viele empfinden die Reaktion als zu lasch, weil die Einträge trotz ihrer offenkundig irritierenden Wortwahl zunächst online bleiben können.
Polizeibehörden in Deutschland befassen sich inzwischen mit dem Phänomen. Unter anderem die Polizei Berlin, die Polizei Konstanz und das Hessische Landeskriminalamt prüfen die Fälle. Nach Einschätzung der Ermittler könnten es sich um absichtlich missverständlich formulierte Fake-Anzeigen handeln, die auf Aufmerksamkeit, Verwirrung oder Reichweite abzielen.
Für eine echte Verkaufsabsicht gibt es nach dem derzeitigen Stand keine belastbaren Hinweise. Dennoch zeigt der Fall, wie schnell vermeintlich harmlose Plattformen in sozialen Medien zum Gegenstand von Spekulationen werden können, wenn Inhalte kaum nachvollziehbar sind und die Moderation erst zeitverzögert greift. Gerade bei sensiblen Themen wie Kindern oder Menschenhandel reicht schon die Form der Darstellung, um erhebliche Verunsicherung auszulösen.









