Der alte Bahnhof Bregenz wird vor seinem Abriss noch einmal öffentlich bespielt: Ab 29. Mai zeigt dort im Rahmen der Architekturtage die Ausstellung „Letzte Aufnahme“. Das marode Gebäude, das seit Jahren geschlossen ist und nur mehr als Provisorium nebenan ersetzt wird, wird damit für einige Monate zum Ort für Architektur, Fotografie und Stadtentwicklung.
Der Bregenzer Bahnhof hatte sich über Jahre den wenig schmeichelhaften Ruf des „hässlichsten Bahnhofs Österreichs“ eingehandelt. Undichte Dächer, bröckelnde Bausubstanz, rostendes Metall und lange defekte Rolltreppen prägten das Bild des Hauses, das in den 1980er-Jahren noch als modern galt. Heute ist es ein Geisterbahnhof, während der Neubau noch aussteht.
Ausstellung als Blick auf einen Ort im Wandel
Die ÖBB sprechen von einem „Experimentierraum für Architektur und Wahrnehmung“. Gemeinsam mit dem Architekten und Architekturtheoretiker Fabian Tobias Reiner sowie dem Schweizer Fotografen Sven Högger soll eine „vielschichtige Annäherung an einen Ort im Wandel“ entstehen. Zu sehen sind aktuelle fotografische Arbeiten, textliche Reflexionen und historische Pläne.
Eröffnet wird die Schau am 29. Mai. Bereits davor führen Reiner und Högger ab 18 Uhr persönlich durch das bestehende Bahnhofsgebäude und erläutern ihre Sicht auf den Ort. Die Ausstellung bleibt bis 23. August im Bahnhof Bregenz.
Einordnung in das Projekt „Bregenz Mitte“
Neben dem Blick auf das bestehende Gebäude rückt auch die künftige Entwicklung des Areals in den Vordergrund. ÖBB, Land Vorarlberg und Stadt Bregenz informieren im Rahmen der Ausstellung über das Stadtentwicklungsprojekt „Bregenz Mitte“. Besucherinnen und Besucher sollen dort auch eigene Ideen und Erwartungen einbringen können.
Während der Architekturtage wird das ehemalige Bahnhofsrestaurant zudem temporär wieder geöffnet: Brini Fetz belebt den Raum am 29. Mai als Stammtisch neu. So wird das Gebäude, das bald verschwinden soll, für kurze Zeit noch einmal zu einem Ort der Begegnung.









