Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 könnte erstmals ein ausländischer Teamchef den Titel holen: 31 der qualifizierten oder noch um den Startplatz kämpfenden Nationen setzen aktuell auf einen Trainer aus dem Ausland. Namen wie Thomas Tuchel, Carlo Ancelotti oder Roberto Martínez stehen damit vor einer historischen Chance, die es in dieser Form bei einer WM bislang nie gegeben hat.
Seit der ersten Weltmeisterschaft 1930 ist der Titelgewinn einem Nationaltrainer aus dem eigenen Land vorbehalten geblieben. Selbst in Phasen großer internationaler Dominanz scheiterte bisher jeder Versuch, mit einem ausländischen Coach ganz oben zu landen. Das macht das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko sportlich zu einer Zäsur: Die Zahl der Verbände, die bewusst auf Expertise von außen setzen, ist so hoch wie nie.
Die Liste der prominenten Fälle ist lang. Tuchel soll England wieder zu einem Endrundentitel führen, Ancelotti steht mit Brasilien vor einer seiner größten Aufgaben im Nationalteam, Martínez betreut Portugal. Auch weitere Verbände aus Europa, Asien, Afrika und Nord- und Mittelamerika haben sich für Trainer entschieden, die nicht aus dem eigenen Land stammen. Der Trend ist seit Jahren klar erkennbar: Nationalteams holen sich vermehrt erfahrene Taktiker mit internationaler Turnierpraxis, wenn sie den Abstand zur Elite verringern wollen.
Für die WM 2026 kommt hinzu, dass das Turnier erstmals mit 48 Mannschaften ausgetragen wird. Dadurch steigt nicht nur die Zahl der Spiele, sondern auch die Breite der Favoriten und Herausforderer. Gleichzeitig nehmen die Anforderungen an Kadersteuerung, Belastungsmanagement und taktische Anpassungen zu. Gerade in diesem Umfeld gilt Erfahrung auf höchstem Niveau als entscheidender Faktor.
Ob der Bann tatsächlich bricht, hängt freilich nicht nur von den großen Namen auf den Trainerbänken ab. Auch die Form der Mannschaften, die Auslosung und der Turnierverlauf werden darüber entscheiden, ob 2026 als Jahr in die WM-Geschichte eingeht, in dem erstmals ein Ausländer den Pokal als verantwortlicher Nationaltrainer in die Höhe stemmt.









