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Ars Electronica zeichnet Projekt zu Gaza-Krieg aus

Redaktionelle Szene zum Thema „Ars Electronica zeichnet Projekt zu Gaza-Krieg aus“

Die Ars Electronica hat die Goldene Nica in der Kategorie „Interaktive Art“ an das Projekt „A Cartography of Genocide“ der Londoner Forschungsagentur Forensic Architecture vergeben. Aus 4.329 Einreichungen weltweit wurden die Siegerprojekte des Prix Ars Electronica 2026 in vier Kategorien ausgewählt. Auch in der Nachwuchskategorie u19 ging ein Preis nach Linz.

Das ausgezeichnete Projekt ist eine interaktive Karte, die die israelische Militäroperation im Gazastreifen seit dem Angriff der Hamas im Oktober 2023 dokumentiert. Nach Angaben der Festivalverantwortlichen wurden dafür Daten zu Angriffen des israelischen Militärs auf Zivilpersonen und zivile Infrastruktur gesammelt. Die Entscheidung dürfte angesichts des Themas über das Festival hinaus Debatten auslösen.

Ars-Electronica-Künstlerischer Leiter Gerfried Stocker sprach von einer Verantwortung des Festivals für Kunst, Technologie und Gesellschaft, auch unter Bedingungen tiefer Polarisierung Gesprächsräume offenzuhalten. Gerade in einer Phase „grundstürzender Umbrüche“ gelte es, Konfliktfähigkeit und demokratische Streitfähigkeit zu stärken und der Logik wechselseitiger Eskalation entgegenzutreten, sagte Stocker. Für den Herbst ist zudem eine Konferenz zum Thema Antisemitismus im digitalen Zeitalter angekündigt.

Auch der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) stellte sich hinter die unabhängige Jury. Es gehe vor allem um Zusammenhalten und Zusammenhelfen, sagte er. Linz verstehe sich seit Jahrzehnten als Friedensstadt und engagiere sich für friedliche Konfliktlösung.

In der Kategorie „u19–create your world“ setzte sich der Linzer Jannis Berner mit dem Projekt „Reverse Rendering“ durch. Er erhält ebenfalls eine Goldene Nica. Das Projekt befasst sich mit Fehlern und Imperfektion; Berner scannt im Alltag Räume und Objekte und interessiert sich besonders für Unschärfen und Instabilitäten, deren Wahrnehmung vom Standpunkt abhängt. Darin sieht die Festivalleitung eine Parallele zur menschlichen Erinnerung.

Die Goldenen Nicas werden im September im Rahmen des Ars-Electronica-Festivals in Linz übergeben. Das Festival steht heuer unter dem Motto „Future Begins. Negotiating Humanity“ und findet von 9. bis 13. September statt. Die prämierten Projekte und weitere ausgezeichnete Arbeiten sollen während des Festivals im Lentos Kunstmuseum zu sehen sein. Insgesamt werden Preisgelder in Höhe von 101.600 Euro vergeben.

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