Nach einem Polizeieinsatz vor einem Lokal der Identitären in Wien-Margareten haben Anrainer scharfe Kritik an dem Vorgehen der Exekutive geübt. Bewohner der Ramperstorffergasse berichten von Angst und Unsicherheit bei Veranstaltungen der rechtsextremen Szene in ihrem Grätzl. Anlass des Einsatzes war diesmal ein Besuch des deutschen Rechtsextremisten und Verlegers Götz Kubitschek.
Laut den vorliegenden Angaben ereignete sich der Vorfall am Donnerstagabend gegen 22.15 Uhr im fünften Bezirk. Eine Frau auf dem Heimweg blieb demnach vor einem Haus in der Ramperstorffergasse stehen, nachdem sie dort eine größere Gruppe mit Banner und bengalischen Feuern gesehen hatte. Sie schätzte die Zahl der Anwesenden auf rund 70 Männer. Mehrere von ihnen sollen auf einen einzelnen jungen Mann eingeschlagen haben.
Die Situation heizt die ohnehin angespannte Lage rund um das Lokal weiter an. Für Anrainer ist der Ort seit Längerem ein Brennpunkt für Aufmärsche und Treffen aus dem Umfeld der Identitären. Die Bewohner sprechen von wiederkehrender Verunsicherung durch Veranstaltungen, bei denen regelmäßig rechte Aktivisten und Sympathisanten anreisen.
Götz Kubitschek gilt als einer der prägenden Köpfe der Neuen Rechten im deutschen Sprachraum und trat in Wien bereits mehrfach im Umfeld der Identitären auf. Sein Besuch dürfte die Mobilisierung vor dem Lokal zusätzlich verstärkt haben. Der Vorfall zeigt erneut, wie stark die Auseinandersetzungen um rechtsextreme Veranstaltungen auch das Umfeld des Standorts belasten.
Die Kritik der Anrainer richtet sich nun vor allem gegen das Einschreiten der Polizei in der Nacht. Sie werfen den Behörden vor, die Lage vor Ort nicht ausreichend im Griff gehabt zu haben. Der Einsatz und die Szene in der Ramperstorffergasse werden in der Nachbarschaft als weiterer Beleg dafür gesehen, dass sich die Belastung durch die Veranstaltungen der Rechtsextremen wiederholt auf den Alltag im Grätzl auswirkt.









