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Alfred J. Noll: Ein postumes Porträt eines unbequemen Gelehrten

Redaktionelle Szene zum Thema „Alfred J. Noll: Ein postumes Porträt eines unbequemen Gelehrten“

Mit dem Band Der Citoyen als Revolutionär liegt nun eine Würdigung des im März 2026 verstorbenen Juristen, Politikers, Intellektuellen und Künstlers Alfred J. Noll vor. Das Buch war ursprünglich zu seinen Lebzeiten und anlässlich seines 65. Geburtstags geplant, wurde nach seinem Tod aber zu einem Rückblick auf ein vielschichtiges Leben, das weit über die Wiener Politik hinauswirkte.

Noll, 1960 in Salzburg geboren, gehörte zu jenen öffentlichen Figuren, die sich nicht auf eine einzige Rolle reduzieren ließen. Er war Rechtsanwalt, Publizist, Politiker und zugleich künstlerisch tätig. Genau diese Vielschichtigkeit bildet den Kern des knapp 500 Seiten starken Sammelbandes, der im Bahoe-Verlag erschienen ist.

Herausgegeben wurde das Buch von Nikolaus Dimmel, Universitätsprofessor und langjähriger Freund Nolls, sowie von Dominik Öllerer, Rechtsanwalt und Klubdirektor der KPÖ im Salzburger Landtag. Sie haben mehr als 20 Autorinnen und Autoren versammelt, die Noll in unterschiedlichen Zugängen porträtieren. Der Band ist in die Kapitel ad personam, Philosophie, Politik und Recht gegliedert.

Damit wird Alfred J. Noll nicht nur als politische Figur erinnert, sondern auch als streitbarer Geist, dessen Wirkung aus mehreren Perspektiven beschrieben wird. Der Titel des Buches verweist dabei auf ein Selbstverständnis, das Noll über Jahre geprägt hat: als Citoyen, also als Bürger mit politischem Anspruch und gesellschaftlichem Gestaltungswillen.

Der Sammelband erscheint damit auch als Dokument einer Generation von Intellektuellen, die juristische Arbeit, politische Intervention und kulturelle Praxis zusammendachte. Die postume Veröffentlichung gibt diesem Zugang nun eine feste Form und ordnet Nolls Wirken in einen größeren österreichischen Kontext ein.

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