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Antisemitische Attacken nach Kunstaktion am Lueger-Denkmal in Wien

Redaktionelle Szene zum Thema „Antisemitische Attacken nach Kunstaktion am Lueger-Denkmal in Wien“

Nach einer Kunstaktion am Karl-Lueger-Denkmal in Wien ist es am Mittwoch zu einem Polizeieinsatz und antisemitischen Angriffen auf den jüdischen Künstler Alon Ishay und seine Begleiter gekommen. Nach den vorliegenden Angaben wurde Ishay im Rahmen eines Festivals der Universität für angewandte Kunst mit Stickern und Sprühkreide an dem umstrittenen Denkmal tätig, kurz darauf rückte die Polizei an und sammelte Beweise für eine mutmaßliche Sachbeschädigung.

Im Umfeld des Einsatzes wurde die Gruppe um Ishay nach Angaben aus dem Vorfall auch von Passanten beschimpft, bespuckt und körperlich attackiert. Dabei fielen antisemitische Parolen wie „Scheiß Judensau“ und Lob für Hitler. Die Aggressionen ereigneten sich am helllichten Tag mitten in Wien und lenken den Blick erneut auf die anhaltende Debatte rund um das Lueger-Denkmal und den Umgang mit der historischen Figur Karl Lueger.

Karl Lueger war von 1897 bis 1910 Bürgermeister von Wien. Er gilt als eine prägende Figur der Stadtgeschichte, zugleich aber auch als einer der politisch einflussreichsten Antisemiten seiner Zeit. Das Denkmal am Stubenring ist seit Jahren Gegenstand von Kontroversen, Kunstaktionen und Diskussionen über eine mögliche Umgestaltung oder Einordnung des Monuments.

Die Aktion von Ishay war demnach Teil eines Festivals der Angewandten und richtete sich gegen die Symbolik des Denkmals. Dass daraus binnen kurzer Zeit ein Polizeieinsatz und offene antisemitische Gewalt im öffentlichen Raum wurden, zeigt erneut, wie aufgeladen der Ort weiterhin ist. Für den jüdischen Künstler und die weiteren Beteiligten endete der Protest nicht nur mit einer Anzeige, sondern auch mit einer Attacke, die weit über eine Auseinandersetzung über Kunst und Denkmalpolitik hinausgeht.

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