Die anhaltende Hitzewelle bringt nicht nur in Südeuropa, sondern auch in Österreich und Deutschland gesundheitliche Risiken mit sich. Besonders betroffen sind Menschen in unsanierten Wohnungen: Dort staut sich die Wärme oft über Stunden und Nächte, was den Körper kaum noch abkühlen lässt. In Deutschland werden laut den aktuellen Angaben mehr als 800 Hitzetote in Zusammenhang mit der Extremhitze genannt.
Die Gefahr steigt vor allem dort, wo Gebäude schlecht gedämmt sind, Fenster nur begrenzt geöffnet werden können oder Dachgeschosse sich stark aufheizen. Für ältere Menschen ist das besonders problematisch, weil der Körper auf hohe Temperaturen langsamer reagiert und Flüssigkeitsmangel schneller zu Kreislaufproblemen führen kann. Auch in Wien und anderen Städten ist die Belastung in dicht verbauten Gebieten hoch, weil sich Wärme in Beton und Asphalt zusätzlich speichert.
Die Situation fällt in eine Phase, in der Hitzewellen in Mitteleuropa immer häufiger und intensiver auftreten. Gesundheitsbehörden und Expertinnen und Experten warnen seit Jahren, dass vor allem Alleinlebende, Pflegebedürftige und Menschen mit Vorerkrankungen gefährdet sind. Wohnungen ohne außenliegenden Sonnenschutz, mit großer West- oder Südausrichtung oder in oberen Stockwerken gelten dabei als besonders belastet.
Parallel zu den Gesundheitsrisiken wächst auch der Druck auf Infrastruktur und Alltag. In Österreich hat die Hitze den Wasserverbrauch deutlich steigen lassen; zugleich verschärft Trockenheit in Teilen Europas die Lage in der Landwirtschaft. In Wien wurde zuletzt bereits auf einen deutlich erhöhten Verbrauch bei Wasser, Duschen und Bewässerung hingewiesen. Dazu kommen weitere Meldungen über hitzebedingte Vorfälle, etwa im Zusammenhang mit technischen Geräten oder Gasthermen.
In Deutschland zeigt die Zahl von mehr als 800 Hitzetoten, dass Extremtemperaturen längst nicht nur ein Komfortproblem sind. Gerade in Städten mit vielen Altbauten, wenig Grünraum und schlecht sanierter Bausubstanz wird die Hitze zur Gesundheitsfrage. Die Debatte über bessere Dämmung, Verschattung und kühlere Wohnräume gewinnt damit weiter an Gewicht.









