SPÖ-Landesparteichef Max Lercher hat nach dem Debakel seiner Partei bei der Graz-Wahl ein „Scheitern der Sozialdemokratie“ eingeräumt und die Verantwortung übernommen. Die SPÖ kam in der steirischen Landeshauptstadt auf weniger als sechs Prozent der Stimmen und ist damit nach Jahrzehnten an der Macht nur noch eine Kleinpartei.
Im ZIB2-Interview verwies Lercher auf mehrere Ursachen für den Absturz. Die Sozialdemokratie habe sich über lange Zeit „mit sich selbst beschäftigt, aber nicht mehr mit den Bürgerinnen und Bürgern“. Davon habe die KPÖ profitiert, die in Graz seit Jahren gezielt auf die Menschen zugegangen sei. Auch die Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr habe als Person stark mobilisiert und vieles richtig gemacht, sagte Lercher.
Die Niederlage in Graz hat für die Partei bereits personelle Folgen. An der Spitze der Grazer SPÖ löste Hannes Schwarz die bisherige Vorsitzende Doris Kampus ab. Lercher, der die SPÖ Steiermark seit eineinhalb Jahren führt, machte klar, dass er die Verantwortung der Landespartei nicht wegreden wolle. „Wir gewinnen und verlieren gemeinsam. Wir werden auch wieder gemeinsam aufbauen“, sagte er.
Der Landesparteichef will die Sozialdemokratie inhaltlich neu ausrichten und stärker bei der arbeitenden Mitte sowie bei Nichtwählern ansetzen. Ziel sei eine „akzentuierte Sozialdemokratie“, die wisse, wofür sie stehe. Fehler der vergangenen Jahrzehnte könne er in kurzer Zeit nicht vollständig aufarbeiten, betonte Lercher, er wolle das aber mit seiner Partei schrittweise angehen.









