Im Künstlerhaus in Wien ist bis 7. Juni die Ausstellung „Im erweiterten Raum“ zu sehen, die Werke aus der Strabag-Sammlung mit Arbeiten aus der ehemaligen Familiensammlung Haselsteiner verbindet. Im Zentrum steht damit nicht nur eine Auswahl österreichischer Gegenwartskunst, sondern auch die Frage, welche Rolle ein Baukonzern als Sammler und Förderer im heimischen Kunstbetrieb spielt.
Die Schau führt Arbeiten von Gunter Damisch, Robert Gabris, Maria Legat, Clemens Wolf und Andreas Werner zusammen und macht sichtbar, wie systematisch die Strabag ihre Sammlung aufgebaut hat. Der Konzern tritt damit nicht bloß als Sponsor auf, sondern als institutioneller Akteur, der Kunst über Jahre hinweg ankauft, präsentiert und in den eigenen Räumen sichtbar hält.
Der Bezug zur Kunstförderung reicht bei der Strabag weit zurück. Gunter Damisch erhielt 1996 den Strabag-Kunstpreis, der sich an Nachwuchskünstlerinnen und -künstler richtet, obwohl er damals bereits zu den etablierten Namen der österreichischen Kunstszene zählte. Die aktuelle Präsentation zeigt Werke von ihm nun neben jenen Arbeiten, die einst im Besitz des Unternehmerpaars Essl waren und heute als Dauerleihgabe in der Albertina verwahrt werden.
Die Strabag Art, wie die Sammlung firmiert, ist damit mehr als ein PR-Instrument. Sie fungiert als Teil einer langfristigen Förderstrategie, die auf Ankäufe, Sichtbarkeit und den Aufbau größerer Werkzusammenhänge setzt. Für Künstlerinnen und Künstler kann der Preis den Einstieg in eine breitere öffentliche Wahrnehmung bedeuten; für einige von ihnen entstehen durch die fortlaufenden Ankäufe beachtliche Werkblöcke.
Im Unternehmen selbst wird Kunst nicht nur als kultureller Mehrwert verstanden. Nach Angaben von Clemens Haselsteiner, der die Sammlung managt, wirke sie sich auch auf das Betriebsklima aus und sei zudem ein Faktor im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit wird die Kunstsammlung Teil einer Unternehmensstrategie, die weit über repräsentative Zwecke hinausgeht.
Die Ausstellung im Künstlerhaus bietet so auch einen Überblick über mehrere Positionen der jüngeren österreichischen Kunstentwicklung. Wer das Wirken der beteiligten Künstlerinnen und Künstler nachvollziehen will, findet hier einen konzentrierten Ausschnitt aus einer Sammlung, die längst in die Kunstinfrastruktur des Landes hineinwirkt.









