Der Juni 2026 war in Österreich zwar ungewöhnlich heiß, der Rekord als wärmster Juni in der Messgeschichte bleibt aber weiter unangetastet. Trotz Temperaturen von knapp 40 Grad, wie zuletzt in Wien-Stammersdorf gemessen, lag der Monat nach der vorläufigen Bilanz deutlich hinter Spitzenjahren wie 2019 zurück.
Nach Angaben von Meteorologe Konstantin Brandes vom Wetterdienst Ubimet dürfte der Juni heuer im Österreich-Vergleich mit einer Abweichung von rund plus 2,5 Grad zum Mittel der Jahre 1991 bis 2020 abschließen. Das würde für einen Platz unter den wärmsten sechs bis zehn Juni-Monaten reichen, aber nicht für Rang eins. Zum Vergleich: 2019 lag der Juni um 3,7 Grad über dem langjährigen Durchschnitt, 2003 um 3,4 Grad, 2025 um 3 Grad.
Die erste Monatshälfte bremste den Hitzerekord
Entscheidend war die erste Junihälfte, die laut Brandes noch durchschnittlich warm ausfiel. Erst danach brachte eine längere Hitzewelle die Temperaturen vielerorts auf außergewöhnlich hohe Werte. Damit reichte die heiße Schlussphase nicht aus, um den Monat insgesamt an die Spitze der Statistik zu schieben.
Über das gesamte erste Halbjahr 2026 ergibt sich dennoch eine klare Wärmeanomalie: Es lag laut der vorläufigen Bilanz rund 1,3 bis 1,4 Grad über dem langjährigen Mittel. Bis auf den Jänner war jeder Monat zu warm. Brandes verweist darauf, dass solche Werte inzwischen in Österreich keine Ausnahme mehr seien. Das bisher wärmste Jahr der mehr als 250-jährigen Messgeschichte war 2024 mit einem Plus von 1,9 Grad.
Auch die Gewässer heizen sich auf
Spürbar war die Hitze nicht nur an Land, sondern auch in den Badeseen. Viele Gewässer erreichten zuletzt für die Jahreszeit sehr hohe Temperaturen. An der Alten Donau wurden am Montag 29 Grad gemessen, der Achensee in Tirol kam auf 20 Grad. Insgesamt lagen die Wassertemperaturen in vielen Seen um bis zu 2,5 Grad über dem üblichen Niveau.
Die Entwicklung passt ins Bild eines Junis, der klimatisch zwar nicht an die Spitze der Statistik reicht, aber dennoch als außergewöhnlich warm in Erinnerung bleiben wird. Die lang anhaltende Hitze und die überdurchschnittlich warmen Gewässer zeigen, wie stark frühsommerliche Extremwerte inzwischen das Wettergeschehen prägen.









