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Hitze setzt Natur und Gewässer in Österreich unter Druck

Redaktionelle Szene zum Thema „Hitze setzt Natur und Gewässer in Österreich unter Druck“

Die jüngste Hitzewelle ist vielerorts abgeklungen, die Folgen für Natur und Gewässer bleiben aber sichtbar: Austrocknende Lacken und Tümpel, sinkende Pegelstände und deutlich wärmere Seen belasten in Österreich Tiere und Lebensräume. Betroffen sind vor allem Amphibien, Insekten und Fische, deren Lebensräume in kurzer Zeit verschwinden können.

In flachen Gewässern wird die Lage besonders rasch kritisch. Wenn Lacken und Tümpel austrocknen, haben Laich und Kaulquappen kaum Überlebenschancen. Auch Regenwürmer ziehen sich bei großer Hitze in tiefere Bodenschichten zurück, um nicht zu vertrocknen. Das wirkt sich auf die Nahrungskette aus: Amseln, Störche und andere Tiere finden schwerer Futter, weil sich die Zahl der Beutetiere verringert.

Auch die Insekten leiden unter den hohen Temperaturen. Die Hitze verkürzt die Blütezeit vieler Pflanzen, damit versiegen Nahrungsquellen früher als üblich. Zugleich nimmt die Fruchtbarkeit vieler Insekten bei steigenden Temperaturen ab, was sich auf Bestäubung und Fortpflanzung auswirkt. Für das ökologische Gleichgewicht ist das mehr als ein kurzfristiges Wetterphänomen.

Seen reagieren besonders empfindlich

In den großen Seen und Flüssen zeigt sich die Hitzebelastung ebenfalls deutlich. Im Neusiedler See wurden am Montagmittag bei Neusiedl 30 Grad Wassertemperatur gemessen. Gleichzeitig sinkt der Wasserstand, weil der See bei Hitze vor allem durch Verdunstung Wasser verliert. Der Wasserstand ging bereits mit einem deutlichen Minus in die heißeste Phase des Sommers.

Auch am Bodensee war die Wärme außergewöhnlich. Am vergangenen Wochenende erreichte das Wasser dort 26,9 Grad und war damit so warm wie noch nie um diese Zeit. Bei der Messstelle Bregenz wurde wenig Wasser registriert, und schon im Frühsommer war der Mangel sichtbar. Niedrige Pegel und hohe Temperaturen setzen Fischbeständen und anderen Wasserorganismen zusätzlich zu.

Ähnlich stellt sich die Lage im Salzkammergut dar. Am Attersee ist der Pegel niedrig, auch das Irrsee-Mondsee-Attersee-System liegt im Niedrigwasserbereich. Solche Entwicklungen erhöhen das Risiko, dass sich die Belastung durch Hitze über Wochen und Monate fortsetzt – selbst dann, wenn die aktuelle Hitzewelle bereits vorbei ist.

Für die Natur ist die Hitze damit keine kurzfristige Episode, sondern ein Problem mit Nachwirkungen. Je öfter solche Extremphasen auftreten, desto stärker geraten empfindliche Lebensräume unter Druck.

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