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Mehrheit will längeres Studium begrenzen und höhere Gebühren für Drittstaatsangehörige

Redaktionelle Szene zum Thema „Mehrheit will längeres Studium begrenzen und höhere Gebühren für Drittstaatsangehörige“

69 Prozent der Befragten einer aktuellen Umfrage sprechen sich dafür aus, dass Studierende ihr Studium nach zu langer Dauer abbrechen sollen. Zwei Drittel befürworten zudem, sogenannte Bummelstudierende exmatrikulieren zu können. Das geht aus einer Erhebung von Market hervor, die den Blick auf die Debatte über Studienzeiten, Hochschulfinanzierung und Zugangsbeschränkungen in Österreich richtet.

Die Ergebnisse fallen in eine Phase, in der die Universitäten mehr Geld verlangen, der Bund aber auf Sparkurs ist. Die Universitätenkonferenz, der Dachverband der 22 öffentlichen Unis, fordert für die Leistungsvereinbarungen 2028 bis 2030 mindestens 18 Milliarden Euro. Das liegt knapp zwei Milliarden Euro über jener Summe, die die Hochschulen für die laufende Budgetperiode 2025 bis 2027 erhalten haben.

Auch bei den Gebühren für ausländische Studierende zeigt die Umfrage eine klare Tendenz. 80 Prozent der Befragten sind dafür, die Studiengebühren für Drittstaatsangehörige anzuheben. Derzeit zahlen Studierende aus Nicht-EU- und Nicht-EWR-Staaten an Österreichs öffentlichen Universitäten grundsätzlich höhere Beiträge als Studierende aus der EU; die Frage einer weiteren Anhebung ist seit längerem Teil der politischen Debatte über die Finanzierung der Hochschulen.

Fast die Hälfte der Befragten würde außerdem bei den Universitäten sparen. Damit steht die Stimmung in der Bevölkerung in einem Spannungsfeld zu den Forderungen der Hochschulen, die angesichts steigender Kosten, wachsender Studierendenzahlen und zusätzlicher Aufgaben auf mehr Mittel pochen. Die Umfrage deutet darauf hin, dass harte Spar- und Selektionsmaßnahmen an den Unis in der Bevölkerung jedenfalls auf Zustimmung stoßen würden.

Österreichs Hochschulpolitik steht damit vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits fordern die Universitäten mehr Geld für Forschung, Lehre und Infrastruktur, andererseits signalisiert die Bevölkerung Zustimmung zu strengeren Regeln beim Studienfortschritt und zu höheren Beiträgen für bestimmte Gruppen von Studierenden. Wie die Bundesregierung diese unterschiedlichen Erwartungen in den kommenden Verhandlungen über die Hochschulfinanzierung ausbalanciert, dürfte für die nächsten Jahre entscheidend werden.

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