Hitzewellen dauern in Österreich heute deutlich länger als noch vor der Klimaperiode 1961 bis 1990. Das zeigt eine Auswertung der Geosphere Austria, nach der sich die Hitzeperioden in mehreren Landeshauptstädten spürbar ausgedehnt haben und zugleich öfter auftreten.
Als Hitzewelle gilt dabei eine Serie von mindestens drei Tagen mit mehr als 30 Grad, die von einzelnen Tagen zwischen 25 und 30 Grad unterbrochen werden kann, solange die mittlere Maximaltemperatur der gesamten Periode bei 30 Grad bleibt. Nach dieser Definition hat sich die Dauer in Wien und Eisenstadt besonders stark verändert: In Eisenstadt dauerte die längste Hitzewelle der vergangenen Jahre im Schnitt 18,5 Tage, in der Periode 1961 bis 1990 waren es 7,0 Tage. Wien kommt im Schnitt der Jahre 2020 bis 2025 auf 16,0 Tage; vor 1990 lag der Wert bei 6,3 Tagen.
Rekorde in Wien und Eisenstadt
2024 wurden in Wien und in Eisenstadt Rekordwerte von jeweils 31 Tagen mit Hitzeperiode verzeichnet. Hinter den beiden Städten folgt Klagenfurt mit im Schnitt 14,2 Tagen langen Hitzewellen. Auch dort hat sich die Dauer damit im Vergleich zu 1961 bis 1990 mehr als verdoppelt: Damals lag der Schnitt bei 6,1 Tagen.
Am kürzesten fallen die Hitzewellen in der Stadt Salzburg aus. Dort dauerten die längsten Perioden der vergangenen sechs Jahre im Schnitt 6,6 Tage, nach 4,9 Tagen in der Referenzperiode 1961 bis 1990. Auch das zeigt: Selbst in vergleichsweise kühleren Städten sind Hitzeperioden heute länger als früher.
Wien ohne einziges hitzefreies Jahr seit 1991
Nicht nur die Länge, auch die Häufigkeit hat zugenommen. In Wien gab es zwischen 1961 und 1990 noch zehn Jahre ohne Hitzewelle nach dieser Definition. Seit 1991 verzeichnet die Bundeshauptstadt jedes Jahr zumindest eine Hitzeperiode. In den anderen Landeshauptstädten sind Jahre ohne Hitzewelle laut Geosphere Austria ebenfalls seltener geworden.
Ob diese Entwicklung in jedem Detail direkt auf den Klimawandel zurückzuführen ist, wird in der fachlichen Debatte unterschiedlich bewertet. Die Messreihen zeigen aber klar, dass längere und häufigere Hitzeperioden in Österreich inzwischen keine Ausnahme mehr sind. Für Städte bedeutet das eine wachsende Belastung für Gesundheit, Infrastruktur und Alltag – besonders dann, wenn mehrere Hitzetage in Folge auftreten.









