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Pilnacek-U-Ausschuss: Gerichtsmediziner hält Ertrinken für möglich

Redaktionelle Szene zum Thema „Pilnacek-U-Ausschuss: Gerichtsmediziner hält Ertrinken für möglich“

Im Untersuchungsausschuss zum Tod des früheren Sektionschefs Christian Pilnacek ist am letzten Befragungstag die Frage nach der Todesursache erneut in den Mittelpunkt gerückt. Der Berliner Gerichtsmediziner Michael Tsokos sagte bei seiner Befragung, ein Ertrinken Pilnaceks sei „möglicherweise“ in Betracht zu ziehen. Tsokos war als Privatgutachter in dem Fall tätig geworden und hatte mit seiner medizinischen Stellungnahme bereits zuvor Fragen ausgelöst.

Der Ausschuss befasst sich seit Monaten mit den Umständen rund um den Tod Pilnaceks, der im Herbst 2023 tot aufgefunden worden war. Die politische Brisanz des Falls ergibt sich nicht nur aus der Person des früheren Spitzenbeamten, sondern auch aus den offenen Fragen zu den Ermittlungen und den unterschiedlichen Bewertungen der vorhandenen Befunde.

Tsokos wurde im Ausschuss mit seinen Einschätzungen und mit den im Fall vorhandenen Unterlagen konfrontiert. Nach Angaben aus dem Umfeld der Befragung wurden ihm dabei auch klassifizierte Akten in einer geheimen Sitzung vorgelegt. Seine Rolle als externer Sachverständiger hatte den Fall schon vorab zusätzlich verkompliziert, weil seine medizinische Stellungnahme von Beginn an nicht unumstritten war.

Die Einvernahme am Donnerstag war der letzte Befragungstag des Ausschusses. Damit nähert sich die parlamentarische Aufarbeitung eines Falls ihrem vorläufigen Ende, der in der Innenpolitik und in der Justiz seit Monaten für anhaltende Aufmerksamkeit sorgt. Im Zentrum steht weiterhin die Frage, wie der Tod Pilnaceks aus medizinischer und kriminalistischer Sicht einzuordnen ist.

Politische Aufarbeitung geht weiter

Der U-Ausschuss soll klären, ob im Zusammenhang mit dem Ableben des früheren Sektionschefs bei den Ermittlungen alles ordnungsgemäß ablief. Dass nun ein renommierter Gerichtsmediziner ein Ertrinken zumindest als Möglichkeit nennt, dürfte die Debatte über die bisherigen Gutachten und die Bewertung der Spurenlage weiter befeuern.

Für die politische Diskussion ist der Fall heikel, weil Pilnacek über Jahre eine Schlüsselfigur im Justizapparat war. Entsprechend groß ist das Interesse an der Frage, ob die bisherigen Erklärungen zum Tod belastbar sind oder ob neue medizinische Einschätzungen zu einer Neubewertung führen könnten.

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