141 Mal haben Eltern und Jugendliche im Jahr 2025 die Hotline 116000 von Rat auf Draht wegen vermisster Kinder kontaktiert. Das waren um 22,6 Prozent mehr Anrufe als im Jahr davor. Der Großteil der Fälle betraf Jugendliche, die von zu Hause wegliefen.
Bei den Gesprächen gehe es zunächst um emotionale Entlastung und darum, rasch konkrete Schritte zu setzen, sagte die Leiterin des Beratungsteams, Birgit Satke. Viele Eltern suchten in einer solchen Situation vor allem Hilfe, um ihr Kind schnell wiederzufinden. Gleichzeitig werde in der Beratung auch nach den möglichen Gründen für das Verschwinden gefragt, um weitere Konflikte einordnen und vorbeugen zu können.
Nach Angaben von Rat auf Draht stehen dabei häufig familiäre Spannungen im Vordergrund. Immer wieder gehe es um Auseinandersetzungen darüber, dass sich Jugendliche nicht an Vereinbarungen halten wollen. Ein häufiger Auslöser sei auch, dass Eltern das Übernachten bei Freundinnen oder Freunden verbieten, hieß es. Für viele Familien sei das ein massiver Stressmoment und mit einem starken Gefühl der Ohnmacht verbunden.
Nicht nur Eltern, auch Jugendliche selbst melden sich unter der Notrufnummer 116000. Sie schildern dort laut Rat auf Draht neben familiären Konflikten auch emotionale, körperliche oder sexuelle Gewalt als Anlass, von zu Hause wegzugehen. Gemeinsam mit den Anruferinnen und Anrufern werde dann besprochen, wie es weitergehen kann und welche Unterstützung nötig ist.
Beratung bei akuter Krise
Rat auf Draht ist in Österreich seit Jahren als Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern etabliert. Die Hotline wird in akuten Ausnahmesituationen genutzt, wenn ein Kind verschwunden ist oder ein Familienkonflikt so weit eskaliert, dass Hilfe von außen gesucht wird. Die aktuelle Bilanz zeigt, dass diese Form der Beratung weiterhin stark gefragt ist.









